Tech-Werte schwächeln, Dividendenpapiere rücken in den Fokus. Davon profitiert der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF enorm. Das Fondsvermögen übersteigt mittlerweile acht Milliarden Euro. Genau dieser Erfolg lockt nun aggressive Konkurrenz an.
Defensives Portfolio zahlt sich aus
Der ETF setzt auf verlässliche Geldflüsse. Technologie-Aktien fehlen fast komplett. Dafür dominieren Finanzwerte mit knapp 32 Prozent Anteil. Energiekonzerne folgen mit 20 Prozent. Ein striktes Regelwerk begrenzt dabei Einzelgewichte auf maximal fünf Prozent. Das zwang den Fonds dieses Jahr bereits zum Teilverkauf von Exxon Mobil.
Diese Strategie treibt den Kurs. Am Montag notierte der ETF bei 52,81 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein solides Plus von über neun Prozent auf der Anzeigetafel. Damit bewegt sich der Fonds stabil über seiner 50-Tage-Linie.
Energie-Sektor als Gewinntreiber
Die hohe Gewichtung von Energiewerten könnte sich bald doppelt auszahlen. Die anstehende Berichtssaison verspricht hier massive Zuwächse. Laut Daten der London Stock Exchange Group steigen die Gewinne im STOXX 600 voraussichtlich um 14,5 Prozent. Ohne den Energiesektor schrumpft dieses Plus auf magere 5,5 Prozent.
Der Grund für diese Diskrepanz liegt im Ölpreis. Die Sorte Brent schwankte im abgelaufenen Quartal heftig zwischen 70 und rund 100 US-Dollar. Bei derart starken Preisausschlägen explodieren die Margen der Produzenten. Ihre kurzfristigen Kosten sind weitgehend fix. Analysten erwarten für die Branche daher ein extremes Gewinnwachstum von 109 Prozent.
Hebel-Fonds erhöhen den Druck
Die lukrative Dividenden-Rotation ruft neue Akteure auf den Plan. Eine Allianz aus RBC und iShares brachte kürzlich eigene Dividenden-ETFs auf den Markt. Der Clou: Diese Papiere nutzen einen Hebel von 25 Prozent. Das bricht hart mit dem traditionell konservativen Ansatz dieser Anlageklasse.
VanEck hält mit Kosteneffizienz dagegen. Die jährliche Gebühr liegt bei lediglich 0,38 Prozent. Obendrein schützt die strenge Indexmethodik vor Klumpenrisiken. Kein einzelner Sektor darf mehr als 40 Prozent des Portfolios ausmachen. Das garantiert den Fokus auf klassische Dividendenzahler statt auf riskante Wachstumswerte.
Die anstehende Berichtssaison der Energiekonzerne liefert den nächsten Härtetest für den Fonds. Erfüllen die Produzenten die massiven Gewinnerwartungen, festigt das die Rendite des defensiven ETF-Portfolios weiter. Bei schwächeren Ausblicken für das zweite Halbjahr rückt hingegen die strenge Kostenkontrolle als wichtigster Puffer gegen die neuen Hebel-Rivalen in den Fokus.
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