Der Index kennt keine Gnade. Wenn ein einzelner Wert zu schwer wird, greift der Algorithmus ein. Genau das passierte nun beim Flaggschiff-Dividenden-ETF von VanEck. Der Fonds musste seine Position bei Exxon Mobil zwangsweise stutzen.
Strenge Regeln greifen
Die Strategie des Fonds deckelt den Anteil jeder Aktie strikt auf fünf Prozent. Zuletzt durchbrach Exxon Mobil diese Grenze und kletterte auf über 5,6 Prozent. Das System reagierte sofort. Das frei werdende Kapital floss in die rund 100 restlichen Positionen.
Dieser Automatismus verhindert einseitige Klumpenrisiken. Ein Fondsmanager muss nicht eingreifen. Auch die generelle Auswahl der Aktien folgt harten Kriterien. Unternehmen dürfen maximal 75 Prozent ihres Gewinns ausschütten. Außerdem darf die Dividende in den vergangenen fünf Jahren nicht gesunken sein.
Das Ziel: trügerische Renditen aussortieren. Solche Dividendenfallen locken oft mit hohen Ausschüttungen, verstecken aber schwache Bilanzen.
Milliardenvolumen und ein neuer Ableger
Die Strategie zieht massiv Kapital an. Nach einem lebhaften Handel im Juni startete der ETF mit einem verwalteten Volumen von rund 8,1 Milliarden Euro in den Juli.
Parallel dazu baut VanEck das Angebot aus. Ein neuer Schwesterfonds klammert amerikanische Aktien komplett aus. Dieses Vehikel startete mit einem Anfangsvolumen von gut 10 Millionen Dollar. Die jährlichen Kosten liegen wie beim Hauptfonds bei 0,38 Prozent.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Auszahlung. Der neue ETF schüttet Erträge nicht aus, sondern reinvestiert sie direkt. Das spricht Anleger an, die auf den Zinseszinseffekt setzen. Die Ex-US-Strategie meidet amerikanische Mega-Caps, die ihr Geld lieber in KI-Infrastruktur statt in Dividenden stecken.
Solider Aufwärtstrend
An der Börse präsentiert sich der Hauptfonds robust. Die Woche endete bei einem Kurs von 52,66 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht damit ein sattes Plus von gut 24 Prozent. Der Preis pendelt sich knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 52,32 Euro ein.
Der charttechnische Aufwärtstrend bleibt intakt. Die wichtige 200-Tage-Linie verläuft als solide Unterstützung bei 49,62 Euro. Nach oben hin fehlt nicht viel zum 52-Wochen-Hoch aus dem April. Bis zu dieser Marke bei 54,48 Euro beträgt der Abstand lediglich rund drei Prozent.
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