Vier Quartalsberichte in fünf Tagen entscheiden darüber, ob der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF sein Rekordhoch verteidigen kann. HSBC, Pfizer, Novo Nordisk und Allianz stehen an. Zusammen machen sie einen erheblichen Teil des Fondsgewichts aus.
Der ETF schloss am Freitag bei 55,06 Euro, nur 0,79 Prozent unter seinem Rekordhoch vom 29. Juli. Der RSI liegt bei 68,2 — nah an der Überkauft-Schwelle von 70. Das bedeutet: Die Luft nach oben wird dünn, wenn die kommenden Zahlen nicht überzeugen.
Vier Termine mit Gewicht
Der Terminplan für die kommende Woche ist dicht:
- Dienstag, 4. August: HSBC Holdings (Gewichtung rund 4,56 Prozent) und Pfizer legen Zahlen vor.
- Mittwoch, 5. August: Novo Nordisk (rund 2,76 Prozent) berichtet.
- Freitag, 7. August: Allianz (rund 2,83 Prozent) schließt die Woche ab.
HSBC ist damit eine der größten Einzelpositionen im gesamten 100-Aktien-Portfolio. Fällt der Bericht enttäuschend aus, dürfte das im Nettoinventarwert des Fonds spürbar werden.
Warum Banken jetzt so schwer wiegen
Diese Konzentration ist kein Zufall. Nach dem halbjährlichen Rebalancing im Juni 2026 hat der Fonds seine Finanzsektor-Gewichtung von 35 auf rund 44 Prozent erhöht.
Der Grund liegt in der Indexmethodik selbst. Sie bevorzugt Aktien mit hoher und nachhaltiger Dividendenrendite. Die Energiepreise stiegen in der ersten Jahreshälfte 2026 kräftig, die Aktienkurse großer Ölkonzerne zogen mit — und drückten deren Dividendenrenditen unter die Aufnahmeschwelle des Index. ExxonMobil und ConocoPhillips flogen deshalb aus dem Portfolio.
An ihre Stelle traten europäische Finanzinstitute mit höheren Ausschüttungsrenditen. Die Folge: Der Fonds hängt jetzt deutlich stärker an der Gesundheit der Bankenbranche als noch vor einem Jahr.
Der Chart zeigt Stärke — mit Warnsignal
Die Kurszahlen sprechen bislang für den Fonds. Über 30 Tage steht ein Plus von 6,27 Prozent, seit Jahresbeginn sind es 14,61 Prozent. Der Kurs liegt rund 4 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt.
Das überkaufte RSI-Niveau relativiert diese Stärke allerdings. Ein Wert nahe 70 signalisiert historisch oft eine Verschnaufpause — es sei denn, fundamentale Nachrichten liefern neuen Schub. Genau diese Nachrichten kommen jetzt, in Form der Quartalsberichte.
Sollten HSBC und Allianz solide Zahlen liefern und gleichzeitig Zinssignale der Notenbanken die Dividendenwerte stützen, hätte der Fonds gute Karten für einen Ausbruch über sein bisheriges Hoch von 55,50 Euro. Enttäuschen die Bankwerte dagegen, dürfte die Konzentration im Finanzsektor schnell zur Belastung werden.
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