Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) gab gestern um 2,0 Prozent nach und schloss bei 8,76 Euro. Damit notiert das Papier nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 8,73 Euro, das am 3. November markiert wurde. Ein spezifisches Ereignis beim Fonds selbst gab es nicht – der Rücksetzer fiel in eine breitere Schwäche der Rohstoff- und Seltenerd-Branche.

Branchenweiter Abverkauf ohne klaren Auslöser

Medienberichten zufolge gaben Seltenerd-Aktien am Dienstag um gut ein Prozent nach, während der breitere Materialsektor sogar rund zwei Prozent verlor. Eine konkrete Ursache für diese Bewegung wurde dabei nicht benannt.

Auch der Nasdaq Sprott Rare Earths Ex-China Capped Index, der ein verwandtes Segment von Seltenerd-Aktien außerhalb Chinas abbildet, verlor am selben Tag 2,33 Prozent. Dieser Index wird vom VanEck-Fonds zwar nicht direkt abgebildet, seine Entwicklung zeigt aber, dass die Schwäche nicht auf einzelne Titel beschränkt blieb, sondern die gesamte Branche erfasste.

Für Anleger bedeutet das: Die jüngste Talfahrt lässt sich nicht auf eine einzelne Unternehmensmeldung oder einen regulatorischen Einschnitt zurückführen, sondern spiegelt eine allgemeine Risikoaversion gegenüber Rohstoff- und Minenwerten wider. Das erschwert die Einordnung, ob es sich um eine kurzfristige Korrektur oder den Auftakt einer längeren Schwächephase handelt.

Handelsstreit bleibt ungelöster Unsicherheitsfaktor

Hintergrund der angespannten Stimmung bleibt der Handelskonflikt zwischen China und den USA. Beide Länder hatten sich zwar auf eine Verlängerung ihrer Zollwaffenruhe bis zum 10. Januar 2027 verständigt, doch laut einem Bericht von Environment+Energy Leader vom 30. Oktober war diese Einigung bis dahin noch nicht in konkrete rechtliche Änderungen der zentralen Exportkontroll-Aussetzungen überführt worden. Die im April 2025 erlassenen Lizenzierungsregeln für mehrere mittlere und schwere Seltene Erden blieben demnach weiterhin in Kraft.

Diese Unsicherheit über die tatsächliche Umsetzung der politischen Zusagen dürfte Anleger zusätzlich verunsichern. Solange offizielle Klarstellungen ausbleiben, bewegen sich Seltenerd-Werte in einem Umfeld, das von Schlagzeilen und diplomatischen Ankündigungen getrieben wird, ohne dass sich die zugrunde liegenden Handelsbedingungen konkret ändern.

Fonds nahe am Jahrestief

Mit dem aktuellen Kurs von 8,76 Euro notiert der ETF nur noch 0,3 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Die Nähe zur Jahrestiefmarke unterstreicht, wie stark der Abwärtsdruck der vergangenen Wochen auf dem Fonds lastet.

Ob sich daraus eine Stabilisierung oder eine weitere Verschärfung des Abwärtstrends ergibt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften in den kommenden Wochen konkret entwickelt – insbesondere, ob die angekündigte Verlängerung der Zollwaffenruhe tatsächlich in belastbare rechtliche Regelungen mündet.