Zwischen operativer Stärke und Marktstimmung klafft bei diesem ETF gerade eine Lücke. Während die größten Positionen im Fonds Rekordzahlen melden, bricht der Kurs weiter ein. Der VanEck Seltene Erden ETF schloss am Mittwoch bei 11,11 Euro, ein Minus von 3,21 Prozent an nur einem Handelstag.

Der Rückgang der letzten 30 Tage summiert sich auf 26,53 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 22,0 und signalisiert damit eine deutlich überverkaufte Lage. Technisch betrachtet ist das ein Extremwert.

MinRes meldet Rekord-Lithiumvolumen

Der Kontrast zur schwachen Kursentwicklung zeigt sich vor allem bei Mineral Resources. Der australische Bergbaukonzern veröffentlichte am 29. Juli seinen Quartalsbericht für das Geschäftsjahr bis Juni 2026. Alle Geschäftsbereiche meldeten Rekordvolumen — Bergbaudienstleistungen, Eisenerz und Lithium gleichermaßen.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres erreichte MinRes 158.000 Tonnen Spodumenkonzentrat im Lithiumverkauf. Das ist ein Rekordwert für das Unternehmen. Der durchschnittlich erzielte Lithiumpreis lag bei 2.425 US-Dollar pro Tonne, ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Die Aktie reagierte prompt: Am Donnerstag legte MinRes um 4,19 Prozent zu. Anleger honorierten dabei nicht nur die Preisentwicklung, sondern auch den Schuldenabbau. Die Nettoverschuldung sank auf rund 4,3 Milliarden australische Dollar, gestützt durch einen soliden freien Cashflow.

Pilbara Minerals wächst um 31 Prozent

Einen Tag später, am 30. Juli, legte Pilbara Minerals nach. Der Quartalsbericht für Juni 2026 zeigt einen Umsatzsprung von 31 Prozent auf 743 Millionen australische Dollar. Pilbara zählt zu den größten Positionen im VanEck-Fonds.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 produzierte das Unternehmen 879.500 Tonnen Spodumenkonzentrat — mehr als die eigene Prognose vorsah. Der realisierte Preis im Juni-Quartal kletterte auf durchschnittlich 2.107 US-Dollar pro Tonne, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Management mit einer Produktion zwischen 1,03 und 1,1 Millionen Tonnen. Die Ngungaju-Anlage soll dabei ihre volle Kapazität erreichen.

Neue Konkurrenz und regulatorisches Umfeld

Die Kursschwäche fällt zeitlich mit einer neuen chinesischen Regulierung zusammen. Seit dem 1. Juli 2026 fördert Peking gezielt die Meldung von Verstößen gegen Exportkontrollen bei Seltenen Erden. Das erhöht die Unsicherheit in der globalen Lieferkette zusätzlich.

Der Wettbewerb um strategische Metalle verschärft sich derweil auch auf Produktseite. Ende Juli meldete Deka bei der BaFin einen neuen ETF für Seltene Erden und Strategische Metalle an. Dieses Produkt wird künftig direkt mit dem VanEck-Fonds konkurrieren, der aktuell rund 1,2 Milliarden US-Dollar verwaltet.

Der VanEck Seltene Erden ETF liegt seit Jahresbeginn 11,41 Prozent im Minus. Die Rekordzahlen von MinRes und Pilbara Minerals liefern dem Fonds fundamental einen Anker — trotz der schweren technischen Korrektur der vergangenen Wochen.