Der VanEck Seltene Erden ETF beendete die Handelswoche mit deutlichen Kursverlusten. Politische Rückendeckung aus Washington reicht aktuell nicht aus, um den Abwärtstrend zu stoppen. Die operativen Schwächen der größten Minenbetreiber belasten die Stimmung der Anleger zu stark.

Druck auf MP Materials und Lynas

Das US-Unternehmen MP Materials enttäuschte zuletzt massiv. Die Aktie markierte am Freitag ein neues Jahrestief. Analysten von Needham senkten parallel dazu das Kursziel für den Produzenten von 81 auf 73 US-Dollar.

Auch Lynas Rare Earths kämpft mit erheblichem Gegenwind. Der größte Produzent außerhalb Chinas verfehlte seine Produktionsziele für Neodym-Praseodym um 15 Prozent. Die Kosten für ein wichtiges Expansionsprojekt in Malaysia stiegen außerdem auf fast 294 Millionen Australische Dollar.

Politische Impulse verpuffen

Eigentlich spielt das weltpolitische Umfeld den westlichen Produzenten in die Karten. Das Weiße Haus verschärfte erst am 21. Juli die Regeln für heimische Rüstungskonzerne. Diese dürfen kritische Materialien kaum noch aus Ländern wie China oder Russland beziehen.

Der indonesische Zoll blockiert derweil Exporte wichtiger Metallprodukte für genauere Kontrollen. Solche Eingriffe verknappen das weltweite Angebot und stützen normalerweise die Preise. Derzeit wiegen die schwache Nachfrage und interne Hürden der westlichen Minenbetreiber jedoch schwerer.

Hoffnung auf den August

Aus technischer Sicht wirkt der VanEck Seltene Erden ETF mit einem RSI von 25,8 massiv überverkauft. Seit seinem Jahreshoch im Mai verlor der Fonds rund 36 Prozent an Wert. Marktteilnehmer richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den 6. August 2026.

An diesem Tag veröffentlicht MP Materials seine vollständigen Quartalszahlen. Die Daten werden klären, ob die aktuellen Tiefststände eine Bodenbildung einleiten. Nur eine Stabilisierung der Produktionskosten kann den Abwärtstrend im gesamten Sektor nachhaltig brechen.