Der Markt für Seltene Erden zeigt sich gespalten – und genau diese Uneinheitlichkeit ist derzeit das größte Problem für Anleger im VanEck Seltene Erden ETF. Statt einer breiten Erholung nach dem Ende der chinesischen Exportbeschränkungen vor gut drei Wochen zeichnet sich ein fragmentiertes Bild ab, das die Nachfrage auf Monate hinaus unberechenbar macht.

Preise geben nach, Handel bleibt dünn

Händlerberichten zufolge bewegten sich die Preise für Praseodym-Neodym und Gadolinium zuletzt nach unten, während Holmium gegen den Trend zulegte. Käufer halten sich demnach zurück, das Handelsvolumen bleibt mager.

Ein Marktbeobachter bezifferte den Preis für chinesisches NdPr-Oxid auf 733.000 Yuan pro Tonne, nachdem er eine Woche zuvor noch bei 744.000 Yuan gelegen hatte – Marktteilnehmer begründen den Rückgang mit schwächeren Terminkursen und einer zurückhaltenden, nur am unmittelbaren Bedarf orientierten Beschaffung.

Diese Gemengelage aus fallenden Preisen bei wichtigen Elementen und vereinzelten Gegenbewegungen bei Nischenmetallen wie Holmium spricht gegen eine einheitliche Rally im Sektor, wie sie Anleger nach dem Ende der Exportbeschränkungen erhofft hatten.

Chinas Exportzahlen liefern dabei kein eindeutiges Signal. Die Ausfuhren Seltener Erden stiegen im September um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, fielen aber gegenüber August um 9,8 Prozent.

Reuters berichtete zudem, dass die Exporte von Dauermagneten aus Seltenen Erden in die EU im September um 20,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zulegten und mit 2.454 Tonnen den höchsten Stand seit Februar erreichten – auch in die USA zogen die Lieferungen wieder an, während sie nach Japan um fast 20 Prozent einbrachen. Das Bild zeigt: Globale Lieferketten normalisieren sich regional sehr unterschiedlich.

Ein Nachfrageproblem kommt hinzu

Parallel zur Preisschwäche mehren sich Nachrichten, die auf eine strukturelle Verunsicherung bei westlichen Abnehmern hindeuten. Reuters berichtete, dass General Motors seinen langfristigen Liefervertrag mit e-VAC Magnetics gekündigt hat, der US-Tochter des deutschen Unternehmens Vacuumschmelze.

Beide Parteien befinden sich demnach in einem Schiedsverfahren. Der Streit belastet die Auslastungsaussichten des Magnetwerks in Sumter, South Carolina, und wirft ein Schlaglicht auf die Risiken, die westliche Abnehmer mit heimischer Magnetproduktion derzeit eingehen.

Noch gewichtiger für die langfristige Nachfrageseite: Reuters berichtete, dass der Chiphersteller TSMC bei Ausrüstungslieferanten nach Fabrikautomatisierungstechnik ohne Seltene-Erden-Magnete anfragt. Hintergrund ist die Sorge vor Störungen durch chinesische Exportkontrollen.

Die Gespräche gelten als vorläufig, zeigen aber, dass selbst technologisch führende Kunden aktiv nach Alternativen suchen – ein Trend, der die strukturelle Nachfrage nach Seltenerdmagneten mittelfristig dämpfen könnte, sollte er sich fortsetzen.

Kurs spiegelt die Unsicherheit

Der VanEck Seltene Erden ETF notiert aktuell bei 9,60 Euro und damit 49 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro vom Mai. Die jüngste leichte Erholung – der Fonds legte binnen sieben Tagen um 1,8 Prozent zu – kann die massiven Verluste der vergangenen Monate nicht kompensieren.

Angesichts widersprüchlicher Preis- und Exportsignale sowie konkreter Hinweise auf Substitutionsbestrebungen bei großen Abnehmern bleibt die Risikoeinschätzung für den Sektor vorerst gespalten.