Der Chip-Sektor erlebt extreme Ausschläge. Ein massiver Ausverkauf löschte Anfang Juni vorübergehend Billionenwerte aus. Die anschließende Erholung trieb den VanEck Semiconductor ETF auf neue Höhen. Jetzt rücken die Schwergewichte des Fonds ins Rampenlicht.

Micron und AMD dominieren

Micron Technology führt das Portfolio mit einem Anteil von fast 15 Prozent an. Am 24. Juni legt der Speicherchip-Hersteller seine Quartalszahlen vor. Die Erwartungen sind enorm. Im Vorquartal übertraf das Unternehmen die Gewinnprognosen um ein Drittel.

Der Grund für den Optimismus ist simpel. KI-Giganten wie Nvidia und AMD benötigen gigantische Mengen an HBM-Speicherchips. Micron ist bei diesen speziellen Bauteilen für die nächsten Quartale komplett ausverkauft.

Parallel dazu glänzt AMD als zweitgrößte Position. Der Chipentwickler macht gut elf Prozent des Fondsvermögens aus. Die Aktie legte im laufenden Jahr bereits um mehr als 130 Prozent zu. Haupttreiber bleibt das boomende Rechenzentrumsgeschäft.

KLA Corp spaltet Aktien

Ein weiterer Treiber im ETF ist KLA Corporation. Der Ausrüster für die Halbleiterindustrie vollzog Mitte Juni einen Aktiensplit im Verhältnis zehn zu eins. Die Maßnahme trieb den Kurs im Vorfeld auf ein neues Allzeithoch.

Analysten reagieren euphorisch auf die starke Marktstellung. Barclays hob das Kursziel für KLA auf 2.250 US-Dollar an. Cantor Fitzgerald sieht den fairen Wert sogar bei 2.500 Dollar. Die Experten sprechen von einem langjährigen Aufwärtszyklus bei Produktionsanlagen.

Das operative Geschäft stützt diese Einschätzung. KLA übertraf zuletzt die Gewinnerwartungen deutlich. Obendrein erhöhte das Management die Dividende zum 17. Mal in Folge.

Volatilität und geopolitische Risiken

Die enorme Rendite des Fonds kommt nicht ohne Risiko. Der ETF verzeichnete bis Mitte Juni einen Wertzuwachs von rund 96 Prozent. Ein Rückschlag zeigte sich am 5. Juni. Der Branchenindex PHLX brach an einem einzigen Tag um zehn Prozent ein.

Auslöser war ein vorsichtiger Ausblick von Broadcom. Die Aktie stürzte am 4. Juni um 14 Prozent ab. Die Folge: Ein brutaler Ausverkauf quer durch die gesamte Lieferkette. Die Erholung kam schnell. Intel und Micron sprangen in der nächsten Sitzung um rund zehn Prozent nach oben.

Ein dauerhaftes Risiko bleiben staatliche Eingriffe. Schärfere Exportkontrollen für Hochtechnologie nach China belasten die Ausrüster. KLA rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit Umsatzeinbußen von bis zu 350 Millionen Dollar.

Der VanEck Semiconductor ETF verwaltet mittlerweile 9,4 Milliarden Dollar. Die anstehenden Micron-Zahlen am 24. Juni liefern den nächsten harten Datenpunkt. Fällt der Bericht positiv aus, dürfte das den gesamten KI-Hardware-Sektor weiter stützen.