Apple und Amazon liefern bessere Zahlen als erwartet. Der Effekt zeigt sich sofort im größten globalen Aktien-ETF der Welt. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation schließt die letzte Handelswoche im Juli mit einem Kurssprung, nachdem zwei seiner Schwergewichte die Anleger überzeugt haben.

Quartalszahlen als Auslöser

Apple meldete am 30. Juli einen Umsatz von 109,4 Milliarden Dollar im dritten Fiskalquartal. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie erreichte mit 2,02 Dollar einen Rekordwert für das Juni-Quartal, getragen von zweistelligem Wachstum bei iPhone und Services.

Amazon legte zeitgleich nach. Der Nettoumsatz kletterte auf 200,6 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 20 Prozent. Den größten Ausschlag gab die Cloud-Sparte AWS: Ihr Umsatzwachstum beschleunigte sich auf 37 Prozent, das schnellste Tempo seit 18 Quartalen.

Beide Berichte trafen einen Markt, der zuvor an der Nachhaltigkeit der KI-Investitionen gezweifelt hatte. Die Zahlen räumten diese Sorge zumindest vorerst aus dem Weg. Für den ETF war der Effekt direkt spürbar: Er schloss am Freitag bei 164,08 Euro, ein Tagesplus von 0,59 Prozent und eine Wochenperformance von 0,22 Prozent.

Konzentration als Stärke und Risiko

Der Fonds bildet mehr als 3.700 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern ab. Trotzdem hängt seine kurzfristige Wertentwicklung stark an wenigen Namen. Nvidia ist mit 4,70 Prozent die größte Einzelposition, gefolgt von Apple mit 4,27 Prozent und Microsoft mit 3,17 Prozent.

Diese Struktur ist eine Folge der Marktkapitalisierungsgewichtung im Index. Steigen die Technologiegrößen, zieht der gesamte Fonds mit. Genau das passierte am Freitag: Der breite Rebound im Halbleiter- und Softwaresektor schlug direkt auf die Fondsperformance durch.

Gebührensenkung stärkt die Wettbewerbsposition

Vanguard hat die Gesamtkostenquote für diesen ETF zum 28. Juli von 0,19 Prozent auf 0,14 Prozent gesenkt. Der Schritt bringt den Fonds näher an die günstigsten Anbieter im Segment globaler Aktien-ETFs heran.

Das verwaltete Vermögen der Strategie lag zum 30. Juni bei rund 75,68 Milliarden Dollar. Allein im ersten Halbjahr flossen dem Fonds netto etwa 14 Milliarden Euro zu. Die Kombination aus niedrigeren Kosten, hoher Liquidität und physischer Replikation festigt die Position als Basisinvestment für international ausgerichtete Anleger.

Charttechnik bleibt intakt

Der Fonds notiert derzeit 1,81 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 167,10 Euro, das er am 22. Juni erreichte. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt davon unberührt – die kurzfristige Schwäche der vergangenen 30 Tage hat die Erholung am Monatsende nicht gestoppt.

Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob weitere Berichte aus dem Technologiesektor den Schwung von Apple und Amazon bestätigen. Bis dahin bleibt der ETF das, was er seit Jahren ist: ein globales Portfolio, dessen Schicksal eng an einer Handvoll US-Technologiekonzerne hängt.