Verbio steht vor einem kräftigen Start ins Geschäftsjahr 2026/27. Für das erste Quartal rechnet ein Analyst mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) von 61,5 Millionen Euro, rund viermal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Hinter dem Sprung stecken bessere Margen im Biodiesel, höhere Preise für Treibhausgasquoten und die anlaufende US-Anlage in Nevada.
Biodiesel als Treiber
Im Biodieselgeschäft soll das EBITDA um 60 Prozent auf 36,1 Millionen Euro steigen. Etwa je zur Hälfte tragen höhere Margen und höhere Quotenpreise dazu bei. Die Spreads erholten sich deutlich, nachdem sie zwischen April und Juni nahe der Gewinnschwelle lagen.
Damals reagierten die Pflanzenölpreise stärker auf die Erwartung höherer Nachfrage als die Biodieselpreise. Auslöser waren regulatorische Änderungen in Europa und den USA, darunter die deutsche Umsetzung von RED III und höhere US-Beimischungsquoten.
Für das zweite Quartal erwartet der Analyst weitere Verbesserungen auf über 250 Euro je Tonne. Der Zeitpunkt von Rohstoffeinkauf und Verkauf kann die realisierten Margen allerdings verschieben.
Ethanol normalisiert sich
Im Segment Bioethanol und Biomethan soll das EBITDA um rund 35 Millionen Euro auf 25,8 Millionen Euro zulegen. Den Großteil liefern die höheren Quotenpreise. Gegenüber dem Vorquartal geht das Ergebnis jedoch um etwa 28 Prozent zurück, bereinigt um eine Wertaufholung. Der Grund: Die europäischen Ethanolmargen kühlen sich von zuletzt etwa 380 Euro auf rund 230 Euro je Tonne ab.
Auf Konzernebene liegt das EBITDA damit gut 11 Prozent unter dem Schlussquartal des Vorjahres. Der Marktpreis für Quoten steigt zwar weiter. Verbio liefert aber vermehrt im Rahmen bilateraler Festpreisverträge, die realisierten Preise bleiben daher gegenüber dem Vorquartal weitgehend stabil.
Unter dem Strich erwartet der Analyst einen Quartalsüberschuss von 25 Millionen Euro, nach einem Minus von 4 Millionen Euro im Vorjahr. Die Steuerquote bleibt mit rund 43 Prozent hoch, weil für US-Verluste keine Steuervorteile verbucht werden. Mit besserer Profitabilität in den USA dürfte sie im Jahresverlauf sinken.
Kursziel 41 Euro
Der Analyst bekräftigt seine Kaufempfehlung und das Kursziel von 41 Euro. Zusätzliches Potenzial sieht er bei höheren Quotenpreisen oder anhaltend hohen Biodieselmargen. Langfristig stützt der jüngste Kapitalmarkttag die These: Verbio nannte dort ein illustratives EBITDA über den Zyklus von rund 300 Millionen Euro. Hinzu kommen Fortschritte bei erneuerbaren Chemikalien und mögliche US-Steuervorteile.
Die geplante Verwertung angesammelter Quoten könnte nach Schätzung des Analysten rund 220 Millionen Euro Liquidität bringen. Gemeinsam mit niedrigeren Investitionen soll das den Cashflow stärken. Die tatsächlichen Quartalszahlen liefern den Abgleich mit diesen Erwartungen.
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