Verbio: Bitterfeld-Anlage mit 100 Millionen Euro

Trotz eines Kursverlusts von fast sechs Prozent profitiert Verbio von günstigerem Biodiesel und neuen politischen Vorgaben. Der Bau einer Chemieanlage in Bitterfeld soll die Abhängigkeit vom Ölpreis verringern.

Verbio Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie fällt trotz guter Nachfrage
  • Biodiesel erstmals günstiger als fossiler Diesel
  • Neue Chemieanlage in Bitterfeld geplant
  • Quartalszahlen am 12. Mai erwartet

Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Verbio klaffen Realität und Marktstimmung aktuell weit auseinander. Am Montag rutschte die Aktie des Biokraftstoffherstellers um 5,82 Prozent auf 37,05 Euro ab. Dieser Rückgang steht in auffälligem Kontrast zu den fundamentalen Rahmenbedingungen.

Biodiesel schlägt fossilen Kraftstoff

Biodiesel ist im aktuellen Umfeld erstmals günstiger als herkömmlicher fossiler Diesel. Die Deutsche Bank Research reagiert auf diese Entwicklung. Sie hebt das Kursziel für Verbio von 40,50 auf 42 Euro an und belässt die Einstufung auf „Buy“. Das Marktumfeld profitiert massiv von neuen politischen Vorgaben.

Der Bundestag stärkt die Branche mit dem neuen RED-III-Beschluss. Das Gesetz hebt die Treibhausgasminderungsquote bis zum Jahr 2027 auf 17,5 Prozent an. Langfristig steigt dieser Wert weiter. Parallel dazu entfällt die Doppelanrechnung für fortschrittliche Biokraftstoffe. Das treibt die Preise für THG-Quoten in Deutschland nach oben. Verbio profitiert davon im operativen Geschäft direkt.

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Bitterfeld als strategischer Hebel

Neben dem klassischen Kraftstoffgeschäft treibt das Management einen strategischen Umbau voran. Dieser Schritt spiegelt sich in den Analystenkurszielen bislang kaum wider. In Bitterfeld baut Verbio eine großtechnische Ethenolyse-Anlage für biobasierte Spezialchemikalien. Das Investitionsvolumen liegt bei knapp 100 Millionen Euro. Ab 2026 will der Konzern dort jährlich rund 60.000 Tonnen grüne Moleküle produzieren.

Diese Stoffe helfen der chemischen Industrie beim Umstieg auf nachwachsende Rohstoffe. Konkret plant das Unternehmen zwei Hauptprodukte. Verbio will künftig 32.000 Tonnen Methyl-9-decenoat für Waschmittel und Polymere herstellen. Hinzu kommen 17.000 Tonnen 1-Decen. Dieser Stoff dient als wichtiges Grundmaterial für Hochleistungsschmierstoffe. Moderne Motoren, Getriebe und Windkrafträder benötigen diese speziellen Schmiermittel.

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Der Ausweg aus der Öl-Falle

Das neue Chemiesegment erfüllt eine klare Funktion. Es soll die hohe Abhängigkeit vom reinen Kraftstoffmarkt reduzieren. Bislang schwankt der Aktienkurs stark mit dem Ölpreis. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit zeigt diese Schwachstelle deutlich. Als ein möglicher Waffenstillstand Rohöl um 16 Prozent einbrechen ließ, verlor das Papier am selben Tag 14 Prozent.

Ein erfolgreicher Start in der Spezialchemie würde dieses strukturelle Risiko mindern. Zunächst blickt der Markt aber auf das operative Kerngeschäft. Am 12. Mai präsentiert Verbio die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal. Dann zeigt sich in den Zahlen, ob die Preisparität zwischen Bio- und Fossilkraftstoffen die Gewinne bereits messbar antreibt.

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