Der US-Telekomriese Verizon Communications hat am Freitag mit seinen Quartalszahlen und vor allem mit seinem Ausblick auf 2026 positiv überrascht. Die Aktie schoss daraufhin um über 4 Prozent nach oben. Doch was steckt hinter diesem plötzlichen Optimismus?

Die Zahlen für das vierte Quartal übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Beim bereinigten Gewinn je Aktie kam Verizon auf 1,09 Dollar – die Experten hatten lediglich 1,06 Dollar auf dem Zettel. Auch beim Umsatz lag das Unternehmen mit 36,4 Milliarden Dollar über der Konsensschätzung von 36,1 Milliarden Dollar. Ein Umsatzplus von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders bemerkenswert: Verizon gewann im Schlussquartal 616.000 neue Postpaid-Kunden im Mobilfunk – der höchste Wert seit 2019. Im Breitbandgeschäft kamen 372.000 neue Abonnenten hinzu, darunter 319.000 über Fixed Wireless Access und 67.000 über Glasfaser.

Kann Verizon den Turnaround schaffen?

Der neue CEO Dan Schulman zeigte sich kämpferisch: Das Unternehmen verlasse 2025 mit starker Dynamik und fokussiere sich auf gesundes Wachstum durch Kundenzufriedenheit. Diese Worte sind mehr als bloße Rhetorik – der Ausblick auf 2026 untermauert die optimistische Haltung mit harten Zahlen.

Verizon erwartet für 2026 einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 4,90 und 4,95 Dollar. Das übertrifft die Analystenschätzungen von 4,76 Dollar deutlich und entspricht einem Gewinnwachstum von 4 bis 5 Prozent. Beim kombinierten Umsatz aus Mobilfunk und Breitband rechnet der Konzern mit einem Plus von 2,0 bis 3,0 Prozent.

Die Kundenbasis soll weiter wachsen: Zwischen 750.000 und 1,0 Millionen neue Postpaid-Mobilfunkkunden peilt das Management für das laufende Jahr an.

Milliarden-Deal als Wachstumstreiber

Ein entscheidender Faktor für die rosigen Aussichten ist die kürzlich abgeschlossene Übernahme von Frontier. Durch diesen Deal erweitert Verizon sein Glasfasernetz auf über 30 Millionen Haushalte und Unternehmen. Die Konvergenzstrategie aus Mobilfunk und Festnetz erhält damit einen kräftigen Schub.

Auch beim freien Cashflow zeigt sich Verizon zuversichtlich. Für 2026 erwartet das Unternehmen mindestens 21,5 Milliarden Dollar – ein Anstieg von rund 7,0 Prozent. Das wäre der höchste freie Cashflow seit 2020.

Während der GAAP-Gewinn im vierten Quartal von 5,1 Milliarden auf 2,4 Milliarden Dollar einbrach, zeigt die operative Entwicklung eine andere Richtung. Die Erlöse im Mobilfunkgeschäft kletterten auf 21,0 Milliarden Dollar, ein Plus von 1,1 Prozent. Das Gerätegeschäft legte sogar um 9,1 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar zu.