Die Aktie von Vertiv erhält zum Ende der Handelswoche erneut Unterstützung durch positive Analystenkommentare. Vorgestern bekräftigte Bernstein die Kaufempfehlung für den Spezialisten für Rechenzentrum-Infrastruktur. Damit stellt sich das Analysehaus gegen den jüngsten Abwärtstrend des Papiers, das sich nach einer rasanten Rallye zuletzt deutlich von seinen Höchstständen entfernt hat.

Kaufsignale nach Kursrücksetzer

Das Vertrauen in das langfristige Potenzial von Vertiv bleibt unter Experten ungebrochen. Neben der Bestätigung durch Bernstein am Freitag sorgte bereits am 7. August eine Hochstufung durch GLJ Research für Aufsehen. Die Analysten hoben das Rating von „Hold“ auf „Buy“ an und riefen ein Kursziel von 381 US-Dollar aus.

Diese optimistischen Einschätzungen erfolgen vor dem Hintergrund einer Korrekturphase. Die Aktie schloss am Freitag bei 224,45 Euro, was einem Rückgang von 1,0 Prozent entspricht. Damit liegt das Papier aktuell rund 31 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 324,20 Euro.

Dennoch notiert der Kurs weiterhin knapp über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage von 218,87 Euro, was technisch orientierten Anlegern eine wichtige Orientierungsmarke bietet.

Abgeschlossenes Rückkaufprogramm und Cashflow-Stärke

Flankiert wird die Zuversicht der Marktteilnehmer durch eine solide Kapitalallokation. Medienberichten zufolge schloss Vertiv Anfang August ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von rund 599,84 Millionen US-Dollar ab. Solche Maßnahmen signalisieren oft, dass das Management die eigene Aktie auf dem aktuellen Niveau als unterbewertet betrachtet.

Die finanzielle Basis für diese Transaktionen legte das Unternehmen bereits im zweiten Quartal. Vor rund einem Monat präsentierte Vertiv einen bereinigten freien Cashflow von 925 Millionen US-Dollar.

Die Liquidität belief sich zum 30. Juni auf insgesamt 5,6 Milliarden US-Dollar. Diese starke Bilanz ermöglicht es dem Konzern, trotz kurzfristiger Lieferkettenverzögerungen, die laut Unternehmensangaben im Juli zu leichten Verschiebungen bei der Umsatzrealisierung führten, investitionsfähig zu bleiben.

Operative Dynamik im Bereich KI-Infrastruktur

Der Blick der Investoren richtet sich zunehmend auf die Skalierung bei Großprojekten für künstliche Intelligenz (KI). Vor rund einem Monat meldete Vertiv für das zweite Quartal einen Nettoumsatz von 3,274 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg im selben Zeitraum um 51 Prozent auf 738 Millionen US-Dollar.

Aufgrund dieser Dynamik hob die Geschäftsführung die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Erwartet wird nun ein Nettoumsatz zwischen 13,8 und 14,2 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge soll nach Unternehmensangaben im dritten Quartal bei 24,5 Prozent liegen.

Parallel dazu wurde vor gut drei Wochen eine Kooperation mit Bitzero bekannt gegeben, um die Expertise bei der thermischen Steuerung und Energieversorgung für KI-Rechenzentren weiter auszubauen.

Trotz der jüngsten Kursschwankungen und einer am 12. August angekündigten Routine-Untersuchung durch eine US-Anwaltskanzlei, die häufig nach starken Kursrückgängen erfolgt, bleibt der Fokus der Analysten auf dem operativen Wachstum. Die nächsten Quartalsergebnisse werden für den 20. Oktober erwartet, wobei Analysten derzeit im Konsens mit einem Gewinn je Aktie von 1,82 US-Dollar rechnen.