Viking Therapeutics schockte am Mittwoch mit einem Quartalsverlust von 90,8 Millionen Dollar – deutlich höher als erwartet. Dennoch kletterte die Aktie am Donnerstag kräftig nach oben. Der Grund: Die Anleger fokussieren sich voll auf die vielversprechende Abnehmpille VK2735, deren Studien schneller voranschreiten als geplant.

Zahlen schrecken nicht ab: Pipeline lockt

Das Biotech-Unternehmen meldete für das dritte Quartal einen Nettoverlust von 0,81 Dollar je Aktie – Analysten hatten nur 0,70 Dollar erwartet. Im Vorjahr lag der Verlust noch bei 0,22 Dollar je Aktie. Haupttreiber waren explodierende Forschungskosten: 90 Millionen Dollar statt 22,8 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Doch die Börse honoriert den Fortschritt: Die beiden entscheidenden Phase-3-Studien VANQUISH für den Abnehm-Kandidaten VK2735 rekrutieren Patienten schneller als ursprünglich geplant. Das ist ein starkes Signal in dem hart umkämpften Markt für Gewichtsverlust-Therapien.

Übernahmefantasie heizt Kurs an

Viking sitzt auf einem Geldpolster von 715 Millionen Dollar – genug, um die kostspieligen Studien zu finanzieren. Gleichzeitig macht sich das Unternehmen als Übernahmeziel interessant. Der Biotech-Sektor erlebt aktuell eine M&A-Welle, besonders bei Firmen mit aussichtsreichen Abnehm- und Lebermedikamenten.

Wichtige Meilensteine stehen bevor:
* Abschluss der VANQUISH-1-Studie Ende 2025
* VANQUISH-2-Studie im ersten Quartal 2026
* FDA-Gespräche zur oralen Formulierung im Q4 2025
* Studienergebnisse zur Erhaltungsdosis Mitte 2026

Analysten bleiben optimistisch – mit einer Ausnahme

Morgan Stanley und Cantor Fitzgerald bestätigten ihre „Übergewichten“-Empfehlungen und erhöhten sogar die Kursziele. BTIG hält an „Kaufen“ fest und verweist auf den beschleunigten Progress. Nur Zacks Investment Research schwenkte von „Halten“ auf „Verkaufen“ um – gegen den Trend.