Der Markt für Adipositas-Medikamente bleibt in Bewegung, während Viking Therapeutics seine klinischen Studien für den Hoffnungsträger VK2735 vorantreibt. Während der Wettbewerber Novo Nordisk kürzlich die EU-Zulassung für eine orale Wegovy-Variante erhielt, bereitet sich Viking auf den Start der nächsten entscheidenden Testphase vor. Die Ergebnisse könnten darüber entscheiden, ob das Unternehmen seinen Platz neben den Branchenriesen Eli Lilly und Novo Nordisk dauerhaft festigen kann.

Fortschritte in der klinischen Pipeline

Das zentrale Projekt von Viking Therapeutics, der GLP-1/GIP-Rezeptor-Agonist VK2735, hat wichtige Etappen erreicht. Die Rekrutierung für die Phase-3-Studie „Vanquish“ der injizierbaren Form ist bereits abgeschlossen. Daten aus der vorangegangenen Phase 2 belegen das Potenzial des Wirkstoffs: Probanden erzielten innerhalb von 13 Wochen einen mittleren Gewichtsverlust von 14,7 Prozent. Parallel dazu lieferte die orale Version von VK2735 in klinischen Tests eine Gewichtsreduktion von 12,2 Prozent.

Laut Berichten von AllMind AI soll die Phase-3-Studie für die orale Anwendung im vierten Quartal 2026 beginnen. Damit positioniert sich Viking in einem Segment, das Analysten bis zum Ende des Jahrzehnts auf ein Volumen von rund 100 Milliarden US-Dollar schätzen. Neben VK2735 zeigt zudem der Wirkstoff VK3019 in frühen Tierstudien vielversprechende Signale. Laut StockTwits lieferte dieser Kandidat zur Gewichtsreduktion stärkere Signale als die Amylin-Therapie von Novo Nordisk.

Quartalszahlen und finanzielle Ausstattung

Für den 29. Juli 2026 hat Viking Therapeutics die Bekanntgabe seiner nächsten Quartalsergebnisse angekündigt. Diese werden zeigen, wie stark die intensivierte Forschungsarbeit die Bilanz belastet. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 158,3 Millionen US-Dollar, was deutlich über den Konsensschätzungen der Analysten lag. Haupttreiber waren die Forschungs- und Entwicklungskosten, die von 41 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf 150 Millionen US-Dollar anstiegen.

Trotz der hohen Verluste ist die finanzielle Basis stabil. Zum Ende des ersten Quartals verfügte das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 603 Millionen US-Dollar und wies keine Schulden auf. Das Vertrauen institutioneller Investoren ist ungebrochen: Rund 61,58 Prozent der Anteile befinden sich in festen Händen. Zu den größten Anteilseignern gehören Finanzschwergewichte wie Vanguard, BlackRock und State Street.

Marktlage und Ausblick

An der Börse wird die Entwicklung des Biotech-Unternehmens mit hoher Volatilität begleitet. Die Aktie notiert aktuell bei 31,80 € und hat damit einen Teil der Gewinne der Vormonate abgegeben. Vom 52-Wochen-Hoch bei 37,30 €, das erst am 7. Juli 2026 erreicht wurde, trennt das Papier derzeit ein Abstand von 14,75 Prozent.

Die kommenden Monate dürften für die Bewertung maßgeblich sein. Während die Konkurrenz durch neue Zulassungen den Druck erhöht, fokussieren sich Anleger auf den geplanten Start der oralen Phase-3-Studie Ende 2026. Mit den ersten Top-Line-Daten aus der Phase-3-Studie für die injizierbare Variante von VK2735 wird nach aktuellem Stand im Jahr 2027 gerechnet. Bis dahin bleibt Viking ein zentraler Akteur in einem der wachstumsstärksten Sektoren der Pharmabranche.