Viking Therapeutics hat den offiziellen Start seines klinischen Phase-3-Programms für den Wirkstoff VK2735 bekannt gegeben. Das Unternehmen markiert damit den Übergang in die entscheidende Erprobungsphase für den dualen GLP-1- und GIP-Rezeptor-Agonisten, der zur Behandlung von Adipositas entwickelt wird.
Trotz dieser operativen Fortschritte verzeichnete die Aktie gestern einen Kursrückgang von 4,4 Prozent, was Beobachter auf Gewinnmitnahmen im gesamten Biotechnologiesektor zurückführten.
Meilensteine in der klinischen Entwicklung
Die Einleitung der Phase-3-Studie für VK2735 gilt als zentraler strategischer Schritt für das Unternehmen. Neben der injizierbaren Variante treibt Viking Therapeutics auch eine orale Formulierung des Wirkstoffs voran. Medienberichten zufolge plant das Management, die Phase-3-Studien für diese orale Version bereits im vierten Quartal 2026 zu beginnen. Zuvor werden für das laufende dritte Quartal 2026 noch Topline-Ergebnisse aus einer Phase-1-Studie zur Erhaltungsdosierung von VK2735 erwartet.
Dieser straffe Zeitplan unterstreicht die Ambitionen von Viking, sich im wachstumsstarken Markt für Gewichtsreduktionsmittel zu behaupten. Die klinischen Daten der vorangegangenen Phasen hatten das Potenzial des dualen Agonisten verdeutlicht, was das Anlegerinteresse in den vergangenen Monaten stützte.
Aktuell notiert das Papier bei einem Schlusskurs von 29,45 Euro und hält damit einen Abstand von 51 Prozent zum 52-Wochen-Tief, das im September des Vorjahres markiert wurde.
Sektor-Korrektur und finanzielle Stabilität
Der gestrige Kursrückgang stand im Kontrast zu einer vorangegangenen Rallye im Biotech-Sektor. Marktbeobachter werteten die Bewegung als klassische Marktreaktion nach dem Prinzip „Buy the rumor, sell the news“. Am Vortag hatten positive Nachrichten von Moderna und Merck zu Krebsimpfstoffen den gesamten Sektor beflügelt, woraufhin gestern branchenweite Gewinnmitnahmen einsetzten, die auch Viking Therapeutics erfassten.
Finanziell sieht sich das Unternehmen für die kostspieligen kommenden Studienphasen solide aufgestellt. Im Bericht zum zweiten Quartal 2026 wies Viking einen Nettoverlust von 1,10 US-Dollar pro Aktie aus. Damit schnitt der Wirkstoffentwickler besser ab als von Analysten im Vorfeld erwartet, die im Konsens mit einem Minus von 1,23 US-Dollar gerechnet hatten.
Zum Ende des ersten Halbjahres am 30. Juni 2026 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und kurzfristige Investitionen in Höhe von insgesamt 502 Millionen US-Dollar.
Institutionelle Bewegungen und Analystenstimmen
Das Vertrauen der Großanleger zeigte zuletzt ein differenziertes Bild. Während BlackRock laut einer regulatorischen Mitteilung vom 7. August seine Beteiligung um rund 10 Prozent auf etwa 6,19 Millionen Aktien reduzierte, meldeten andere Akteure deutliche Zukäufe. So erhöhte der Timothy G. Youngquist 2020 Irrevocable Trust am Mittwoch seine Position massiv um 141,6 Prozent auf nunmehr 271.849 Aktien.
Auf der Analystenseite gab es in den vergangenen Tagen neue Einschätzungen. Die Experten von JPMorgan Chase & Co. reduzierten am 11. August zwar ihr Kursziel von 75,00 US-Dollar auf 65,00 US-Dollar, behielten ihre Einstufung jedoch bei „Overweight“ bei.
Gestern passte zudem Zacks Research die Bewertung an und stufte die Aktie von „Strong Sell“ auf „Hold“ hoch. Im Juli gemeldete Aktienverkäufe durch CEO Brian Lian und weitere Mitglieder der Geschäftsführung dienten laut Unternehmensangaben ausschließlich der Deckung von Steuerverpflichtungen im Zusammenhang mit fällig gewordenen Aktienoptionen.
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