Viking Therapeutics verzeichnet eine Stabilisierung in der Einschätzung von Analysten und treibt die Entwicklung seiner Medikamentenkandidaten gegen Adipositas voran.

Nachdem das Unternehmen zuletzt Quartalsergebnisse vorgelegt hatte, die die Erwartungen übertrafen, verbesserte Zacks Research am vergangenen Donnerstag die Einstufung für den Titel von „Strong Sell“ auf „Hold“. Parallel dazu konkretisierte die Unternehmensführung die Zeitpläne für die klinischen Studien, was die strategische Ausrichtung für das laufende und das kommende Jahr untermauert.

Meilensteine in der Adipositas-Forschung

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der Wirkstoff VK2735. Wie das Unternehmen im Rahmen seiner Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals 2026 mitteilte, ist das sogenannte VANQUISH-Programm für die subkutane Anwendung von VK2735 mittlerweile vollständig rekrutiert.

Für die orale Variante des Wirkstoffs plant Viking Therapeutics den Beginn der Phase-3-Studie für das vierte Quartal 2026. Diese Fortschritte sind für das Biopharma-Unternehmen von Bedeutung, da der Markt für Gewichtsreduktionsmittel als eines der wachstumsstärksten Segmente der Branche gilt.

Zusätzlich zu den Entwicklungen bei VK2735 hat das Unternehmen den Wirkstoff VK3019 in die klinische Phase-1-Entwicklung überführt. Diese Diversifizierung der Pipeline soll die Abhängigkeit von einzelnen Kandidaten verringern.

In finanzieller Hinsicht meldete Viking Therapeutics für das zweite Quartal einen Verlust von 1,10 US-Dollar pro Aktie. Dieser fiel geringer aus als der von Analysten im Konsens prognostizierte Verlust von 1,21 US-Dollar, was am Markt als Zeichen einer effizienteren Kostenkontrolle gewertet wurde.

Finanzielle Ausstattung und Kapitalmaßnahmen

Zur Absicherung der kostspieligen klinischen Studien setzt Viking Therapeutics verstärkt auf flexible Finanzierungsinstrumente. Medienberichten zufolge hat das Unternehmen ein At-the-market-Programm (ATM) im Volumen von 500,0 Millionen US-Dollar aufgelegt, bei dem Oppenheimer & Co. als Konsortialführer fungiert. Bereits im Juli 2026 konnte das Unternehmen durch mehrere Verkäufe im Rahmen dieses Programms rund 159,59 Millionen US-Dollar einwerben.

Diese Kapitalmaßnahmen sichern die Liquidität für die anstehenden Phase-3-Studien, führen jedoch auch zu einer Verwässerung der bestehenden Anteile. Dennoch zeigen institutionelle Investoren weiterhin Interesse: Sowohl Dimensional Fund Advisors LP als auch First Trust Advisors LP haben laut aktuellen Pflichtmitteilungen ihre Positionen in dem Unternehmen ausgebaut. Die Aktie notiert aktuell bei 28,85 Euro und damit rund 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 37,30 Euro.

Analysten passen Erwartungen an

Die jüngsten operativen Fortschritte führten zu einer Neujustierung der Kursziele durch namhafte Analysehäuser. Die Experten von JPMorgan senkten am 13. August ihr Kursziel für Viking Therapeutics von zuvor 75,00 auf 65,00 US-Dollar, behielten jedoch ihre Einstufung „Overweight“ bei. Diese Anpassung spiegelt eine vorsichtigere, aber dennoch optimistische Grundhaltung wider, die den langfristigen Wert der Pipeline betont.

Zuvor hatte bereits Cantor Fitzgerald am 16. August die Einstufung „Buy“ für den Titel bestätigt. Die Analysten verwiesen dabei insbesondere auf das Potenzial von VK2735, das erhebliche Optionen für die künftige Marktpositionierung des Unternehmens eröffne.

Mit einem aktuellen Kursniveau, das exakt dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,85 Euro entspricht, befindet sich das Papier in einer technischen Seitwärtsphase, während die Anleger auf die nächsten klinischen Daten im Herbst warten.