Freitag, Kursrückgang, trotzdem klares Kaufsignal: Berenberg-Analyst Lasse Stueben sieht Vincorion nach einem starken ersten Quartal auf Kurs. Das Kursziel bleibt bei 26,00 Euro — rund 23 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Auftragsbestand auf Rekordniveau

Das Fundament stimmt. Vincorion hat bereits 90 Prozent der für 2026 geplanten Umsätze durch bestehende Aufträge abgedeckt. Das Management bestätigte die Jahresprognose. Der Auftragseingang vervierfachte sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand kletterte auf ein Allzeithoch von rund 1,2 Milliarden Euro.

Als Alleinlieferant für Schlüsselkomponenten des Leopard 2 nimmt Vincorion eine kritische Rolle in der europäischen Rüstungslieferkette ein. Diese Position lässt sich kurzfristig nicht ersetzen — und genau das macht den Konzern für Investoren interessant.

Kursrückgang trotz starker Zahlen

Der Xetra-Schlusskurs lag am Freitag bei 21,22 Euro, ein Minus von 3,72 Prozent. Damit notiert die Aktie rund sechs Prozent unter ihrem Allzeithoch von 22,58 Euro, das erst Anfang Mai erreicht wurde. Der RSI liegt bei 22 — ein technisch überverkauftes Niveau.

JPMorgan bewertet die Aktie ebenfalls positiv. Das Rating lautet „Overweight“, das Kursziel liegt bei 23,50 Euro. Der Analystenkonsens aus beiden Häusern ergibt ein mittleres Kursziel von 24,75 Euro.

Sektor bleibt im Aufwind

Vincorion ist kein Einzelfall. Rheinmetall und Hensoldt meldeten zuletzt ebenfalls volle Auftragsbücher. Die Nachfrage nach Rüstungsgütern in Europa bleibt strukturell hoch.

Für Vincorion wird die nächste Bewährungsprobe sein, ob das Kursplus von rund 28 Prozent der vergangenen 30 Tage nachhaltig ist. Die hohe Auftragsabdeckung gibt dem Unternehmen dafür eine solide Ausgangsbasis.