Der Börsengang von SpaceX hat den Markt für Raumfahrt-Aktien auf den Kopf gestellt. Virgin Galactic spürt die Folgen besonders hart. Die Papiere des Weltraumtourismus-Pioniers verloren in den vergangenen sieben Tagen gut 14 Prozent an Wert. Aktuell notiert der Kurs bei 3,35 US-Dollar.
Noch Anfang Juni kletterte der Kurs auf ein Jahreshoch von 8,90 Dollar. Spekulanten kauften im Vorfeld des SpaceX-Debüts alles mit Bezug zum Weltraum. Der Rekord-Börsengang des Konkurrenten saugte dann massiv Risikokapital ab. Die Virgin-Aktie brach am Tag des SpaceX-Listings um fast 32 Prozent ein.
Leerverkäufer nutzen diese Schwäche gnadenlos aus. Die Short-Positionen bei Virgin Galactic sind seit Jahresbeginn um 86 Prozent auf 28 Millionen Aktien hochgeschossen. Bei profitablen Raumfahrtunternehmen wie Rocket Lab ziehen sich die Bären parallel dazu zurück. Das Kapital wettet gezielt gegen Firmen ohne nennenswerte Umsätze.
Leere Kassen und neue Aktien
Die Bilanz erklärt die Skepsis der Märkte. Im Auftaktquartal setzte Virgin Galactic lediglich 227.000 Dollar um. Dem stand ein Nettoverlust von 65 Millionen Dollar gegenüber. Die Barreserven beliefen sich zuletzt auf 251 Millionen Dollar.
Um den laufenden Betrieb zu finanzieren, baut das Management Schulden ab. Der Konzern wandelt hochverzinsliche Anleihen im Wert von rund 30 Millionen Dollar in Eigenkapital um. Das spart Zinsen und verschiebt Rückzahlungen. Die Folge: bestehende Aktionäre werden verwässert. Ein weiteres Aktienprogramm für Mitarbeiter vergrößert diesen Effekt.
Analysten raten mehrheitlich zum Halten der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 3,29 Dollar und damit knapp unter dem aktuellen Niveau. Die Investmentbank Jefferies sticht mit einer Kaufempfehlung heraus. Sie ruft ein Ziel von 5,00 Dollar auf und verweist auf die wiederaufgenommenen Ticketverkäufe.
Alles hängt am Delta-Programm
Der operative Fahrplan bleibt der einzige Ausweg aus der Krise. Virgin Galactic baut aktuell die zweite Generation seiner Delta-Raumschiffe. Diese sollen künftig zwei Flüge pro Woche absolvieren.
Im dritten Quartal steht ein entscheidender Testflug an. Gelingt dieser, plant das Unternehmen noch vor Jahresende den ersten kommerziellen Flug. Verfehlt Virgin Galactic diese Meilensteine, droht der Aktie der nächste massive Absturz.
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