Innerhalb einer Woche hat die Virgin Galactic Aktie fast 30 Prozent verloren. Das Raumfahrtunternehmen kämpft mit einem strukturellen Problem: Die Betriebskosten wachsen schnell, die Einnahmen kommen erst später.
Hoher Cashburn, knappes Kapital
Im ersten Quartal 2026 verbuchte Virgin Galactic einen Nettoverlust von rund 64,7 Millionen Dollar. Der operative Cashflow lag bei minus 53,5 Millionen Dollar. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen einen freien Cashflow zwischen minus 87 und minus 92 Millionen Dollar.
Um die Kasse aufzufüllen, nutzt Virgin Galactic mehrere Wege. Das Unternehmen verkauft Aktien über sogenannte At-the-Market-Programme, löst Schulden durch Aktienausgaben ab und hat ein Shelf-Angebot über rund 40 Millionen Dollar eingereicht. Dem stehen Barmittel und kurzfristige Investments von knapp 220 Millionen Dollar gegenüber — bei Gesamtverbindlichkeiten von 526,5 Millionen Dollar.
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Delta-Klasse als letzter Trumpf
Operativ hält Virgin Galactic an seinem Zeitplan fest. Die neue Delta-Klasse soll im dritten Quartal 2026 erstmals fliegen. Kommerzielle Flüge sind für das vierte Quartal geplant. Das erste Schiff dieser Klasse steht bereits im Test- und Starthangar, Bodentests laufen.
Als Vorbereitung kehrte das Testfahrzeug VSS Unity Ende Mai in die Luft zurück — für Gleitflüge ohne Antrieb. Ziel ist es, Piloten und Bodenpersonal auf den Delta-Betrieb vorzubereiten. Für Plätze an Bord verlangt Virgin Galactic 750.000 Dollar pro Sitz. Mehrere Hundert Kunden sollen bereits vorgebucht haben.
SpaceX-Hype und harte Realität
Rund um den SpaceX-Börsengang entstand zuletzt ein Begeisterungsschub für börsennotierte Raumfahrtunternehmen. Virgin Galactic profitierte davon — der Kurs stieg im Mai um mehr als 60 Prozent. Am Freitag schloss die Aktie bei 4,38 Dollar, rund 51 Prozent unter dem Junihoch von 8,90 Dollar.
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Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Die Euphorie um SpaceX überdeckt nur vorübergehend, was bei Virgin Galactic zählt: Schafft das Unternehmen den Übergang vom Testbetrieb zum regulären Raumtourismus, bevor das Kapital knapp wird?
Einen weiteren Aspekt räumt das Unternehmen gerade aus dem Weg. Ein Aktionärsvergleich wegen früherer Governance-Vorwürfe hat eine vorläufige Genehmigung erhalten. Die Versicherung zahlt 2,75 Millionen Dollar an das Unternehmen, das sich im Gegenzug drei Jahre lang zu Reformen verpflichtet. Die abschließende Anhörung ist für Juli 2026 terminiert.
Die nächsten Quartalszahlen erscheinen im August 2026 — dann wird sich zeigen, ob der Cashburn wie angekündigt sinkt und die Delta-Testflüge planmäßig beginnen.
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