Für Viridian Therapeutics wird die kommende Woche zum Schicksalstag. Am 30. Juni 2026 entscheidet die US-Arzneimittelbehörde FDA über die Zulassung von Veligrotug – dem Hoffnungsträger des Biotech-Unternehmens zur Behandlung der Schilddrüsenerkrankung TED. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Plus von 3,25 Prozent auf 15,90 Euro und notiert damit 13 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 14,06 Euro.

Die Zwei-Stufen-Strategie

Veligrotug ist der erste Baustein in Viridians „Two-Step“-Franchise-Strategie für den TED-Markt. Analysten sehen das langfristige Potenzial allerdings nicht allein in der anstehenden Entscheidung. Der zweite Kandidat Elegrobart liefert vielversprechende Daten. In der Phase-3-Studie REVEAL-2 erreichte der Wirkstoff eine Exophthalmos-Ansprechrate von 50 bis 54 Prozent – die Placebogruppe lag bei 15 Prozent. Bei Doppelbildern verbesserte sich der Wert auf 61 Prozent gegenüber 38 Prozent.

Hinzu kommt eine solide Finanzbasis. Zum 31. März 2026 verfügte Viridian über Barmittel von 762 Millionen US-Dollar. Damit finanziert das Unternehmen die weitere Pipeline: Phase-1-Daten für VRDN-008 sind für die zweite Jahreshälfte erwartet, der IND-Antrag für das TSHR-Programm folgt im vierten Quartal. Die Zulassungseinreichung für Elegrobart ist für Anfang 2027 geplant.

Kurs und Stimmungslage

Mit einem RSI von 62,6 zeigt die Aktie zunehmende Dynamik. Sie liegt jedoch 46 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 29,48 Euro aus dem Januar. Vom Tief bei 11,30 Euro Ende April hat sie sich immerhin um 40 Prozent erholt.

Ein großes Family Office zog sich im ersten Quartal 2026 zurück: Die Kopp Family Office LLC reduzierte ihren Anteil um 68 Prozent. Analysten bleiben dennoch zuversichtlich. Zwölf von 14 bewerten die Aktie mit „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 36,14 US-Dollar.

Die entscheidende Frage: Wird die FDA bei seltenen Erkrankungen weiterhin Flexibilität zeigen – so wie bei früheren beschleunigten Zulassungen? Die Antwort kommt am 30. Juni.