Die Aktie von Visa bewegt sich unmittelbar vor den anstehenden Jahreszahlen auf Rekordniveau. Am gestrigen Freitag markierte das Papier im deutschen Handel ein neues 52-Wochen-Hoch von 359,85 € und beendete die Handelswoche bei 358,25 €. Neben einer Reihe von Kurszielerhöhungen durch Analystenhäuser drängen die beiden großen Zahlungsdienstleister zudem auf den Abschluss eines langwierigen Rechtsstreits in den Vereinigten Staaten.

Bewegung im Rechtsstreit um Händlergebühren

Gemeinsam mit dem Konkurrenten Mastercard hat Visa gestern bei einem US-Bundesgericht die endgültige Genehmigung der Einigung über Händlergebühren beantragt. Die Zahlungsnetzwerke argumentieren, dass die Einwände von Handelsverbänden und Einzelhändlern wie Walmart lediglich Argumente wiederholten, die das Gericht bereits zuvor zurückgewiesen habe.

Die gerichtliche Anhörung über die endgültige Freigabe des Milliardenvergleichs ist für den 16. November 2026 angesetzt. Eine juristische Klärung der sogenannten Swipe-Fees würde eine erhebliche Unsicherheit beseitigen, die das US-Geschäft der Netzwerke seit Jahren begleitet.

Analysten heben ihre Kursziele an

Rückenwind erhält der Konzern zeitgleich aus der Analysebranche. Gestern hob Analystin Harshita Rawat vom Analysehaus Bernstein das Kursziel für die Aktie von $450 auf $475 an und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. Bereits am Donnerstag hatte BMO Capital das Kursziel von $405 auf $425 angehoben und die Einstufung „Outperform“ beibehalten.

Die Zuversicht stützt sich unter anderem auf Fortschritte bei der internationalen Marktöffnung. Anfang der Woche erteilte die chinesische Zentralbank dem Institut die Genehmigung zur Vorbereitung eines inländischen Bankkarten-Clearinggeschäfts über Visa Information Technology (Beijing) Co Ltd.

Vor einer Beantragung der eigentlichen Betriebslizenz muss Visa die Vorbereitungsarbeiten innerhalb eines Jahres abschließen. Medienberichten zufolge bezeichnete ein Vertreter der chinesischen Botschaft die Genehmigung als direktes Resultat des Gipfeltreffens zwischen Xi und Trump.

Blick auf die Bilanz

Für Anleger richtet sich der Fokus nun auf den kommenden 27. Oktober 2026. Nach US-Börsenschluss wird das Unternehmen die Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2026 vorlegen, gefolgt von einer Konferenz für Investoren.

Die Zahlen dürften Aufschluss darüber geben, wie robust sich das weltweite Konsumklima und das grenzüberschreitende Zahlungsvolumen zuletzt entwickelten. An der Börse notiert der Titel mit einem Plus von 19 % seit Jahresanfang bereits auf einem anspruchsvollen Bewertungsniveau.