Das US-Energieministerium stellt dem Energieversorger Vistra eine bedingte Kreditverpflichtung von bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Mittel sind für umfassende Modernisierungen und gezielte Leistungssteigerungen an drei Kernkraftwerksstandorten reserviert. Vorgesehen sind die Maßnahmen für die Anlagen Beaver Valley im US-Bundesstaat Pennsylvania sowie Davis-Besse und Perry in Ohio.

Zusätzliche Reaktorleistung für Technologiekonzerne

Durch die geplanten technischen Nachrüstungen soll die Erzeugungskapazität an den drei Standorten um insgesamt 433 Megawatt steigen. Gleichzeitig dient das Vorhaben der Sicherung von fast vier Gigawatt bestehender Grundlast im Netzgebiet des Übertragungsnetzbetreibers PJM.

Die anvisierten Modernisierungen sollen den Weiterbetrieb der Reaktoren um 20 Jahre über die aktuellen Lizenzlaufzeiten hinaus ermöglichen. Zudem umfasst die Vereinbarung eine Option für spätere Leistungssteigerungen am texanischen Kernkraftwerk Comanche Peak.

Die geplante Zusatzleistung ist bereits langfristig vermarktet. Der Technologiekonzern Meta hat vertraglich die Abnahme der künftigen 433 Megawatt sowie weiterer 2.176 Megawatt bestehender Leistung über eine Laufzeit von 20 Jahren vereinbart. Erste Teillieferungen aus dem Ausbau erwartet das Management ab dem Jahr 2031, während die vollständige Einspeisung der Zusatzleistung bis Ende 2034 erreicht werden soll.

Für die Erteilung der Betriebsgenehmigungen sind formelle Anträge bei der US-Nuklearaufsichtsbehörde NRC erforderlich. Diese Schritte sind gestaffelt zwischen dem dritten Quartal 2029 für den Reaktor Perry und dem dritten Quartal 2032 für Davis-Besse avisiert.

Finanzierung bleibt an Auflagen gebunden

Trotz der Zusage fließt das Regierungskapital nicht unmittelbar. Eine Auszahlung der Kredittranchen erfolgt erst nach dem Erfüllen technischer, ökologischer, rechtlicher und finanzieller Auflagen. Zudem stehen die endgültigen Vertragsdokumente noch aus, womit Zinskonditionen und Tilgungspläne bislang nicht öffentlich feststehen.

An den Finanzmärkten sorgte das Vorhaben dennoch für Unterstützung. Die Aktie von Vistra verzeichnet heute ein Kursplus von 3,3 Prozent auf 147,28 Euro. Getrieben von der Erholung notiert das Papier inzwischen 18 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Die Nachfrage nach verlässlicher Grundlast wird in den USA vor allem durch energieintensive Rechenzentren für künstliche Intelligenz angetrieben. Marktbeobachter verweisen allerdings auch auf Risiken: Neben potenziellen Verzögerungen bei den behördlichen Prüfverfahren könnten ungeplante Kostenüberschreitungen die Wirtschaftlichkeit der milliardenschweren Reaktorprojekte belasten.