Die Investmentbanken Wells Fargo und BMO Capital Markets haben ihre Kursziele für die Aktie von Vistra Corp. zurückgenommen. Trotz der reduzierten Zielmarken halten beide Häuser an ihren positiven Einschätzungen für das Papier des Energiekonzerns fest.
Wells Fargo senkte Medienberichten zufolge am 6. Oktober das Kursziel von $238 auf $212, beließ die Einstufung jedoch auf „Buy“. Bereits am 5. Oktober hatte BMO Capital Markets das Ziel von $231 auf $210 reduziert und die Einstufung „Outperform“ beibehalten.
Beide Institute sehen damit weiterhin deutlichen Spielraum gegenüber dem aktuellen Bewertungsniveau. An den europäischen Handelsplätzen notiert das Papier derzeit bei 144,04 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,08 Prozent entspricht.
Fristverlängerung bei Kreditfazilität und Milliardenzusage
Parallel zu den neuen Einstufungen stärkte der Konzern seine finanzielle Flexibilität. Die Tochtergesellschaft Vistra Operations Company LLC passte am 5. Oktober ihre rohstoffgebundene Kreditvereinbarung an. Dabei wurde die Fälligkeit der revolvierenden Fazilität vom 30. September 2026 auf den 29. September 2027 verlängert.
Flankiert wird die Liquiditätssteuerung durch Pläne für die nukleare Erzeugung. Am 5. Oktober kündigte das US-Energieministerium eine bedingte Darlehenszusage von bis zu $4,2 Milliarden an. Die Mittel sind für Leistungssteigerungen und Modernisierungen an drei Standorten vorgesehen: der Anlage Beaver Valley in Pennsylvania sowie Davis-Besse und Perry in Ohio.
Das Vorhaben soll zusätzliche Kapazitäten von 433 Megawatt schaffen und den Weiterbetrieb von fast 4 Gigawatt sichern. Bevor jedoch endgültige Finanzierungsdokumente unterzeichnet oder Gelder ausgezahlt werden können, muss Vistra noch formelle Bedingungen erfüllen.
Transaktionen aus dem Führungskreis
Neben den strategischen Finanzierungsschritten meldete das Unternehmen Verkäufe aus der Führungsebene. Am Mittwoch veräußerte Scott A. Hudson, Executive Vice President und President von Vistra Retail, 22.222 Aktien im Rahmen eines vorgegebenen Handelsplans. Der erzielte Durchschnittspreis lag bei $160,14 je Anteilsschein.
Am selben Tag trennte sich der Familientrust von Kristopher E. Moldovan, Executive Vice President und Finanzvorstand des Unternehmens, von einem weiteren Paket. Dabei wurden 20.000 Aktien zu einem Preis von $165,00 abgegeben.
Trotz dieser Verkäufe und der verhalteneren Analystenziele liegt die Aktie mit einem Abstand von 26 Prozent komfortabel über ihrem 52-Wochen-Tief. Die Kombination aus verlängerten Kreditlinien und staatlichen Förderzusagen verschafft Vistra vorerst Planungssicherheit für die Modernisierungsprojekte.
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