Die Aktie von Vivendi kommt nicht zur Ruhe. Seit Wochen dümpelt der Kurs vor sich hin – und liegt jetzt sogar unter der viel beachteten 200-Tage-Linie. Anleger fragen sich, ob der Boden bereits erreicht ist oder weitere Verluste drohen.
Die Zahlen sind eindeutig. Vivendi schloss am Freitag bei 2,14 Euro. Das sind 27,6 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Seit Jahresbeginn fehlen rund neun Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 2,45 Euro beträgt inzwischen fast 13 Prozent.
Zwischen zwei Marken
Auffällig: Die Aktie bewegt sich in einer engen Spanne zwischen 1,66 Euro (52-Wochen-Tief vom März 2026) und 3,58 Euro (Juli 2025). Vom Tief ist sie immerhin 28,8 Prozent entfernt – vom Hoch fehlen 40 Prozent.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 44 Punkten. Weder überkauft noch überverkauft. Ein neutraler Wert. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit 32,7 Prozent ungewöhnlich hoch für einen Medienkonzern dieser Größe.
Ein schwacher Trost: Die 50-Tage-Linie liegt bei 2,16 Euro – nur zwei Cent über dem aktuellen Kurs. Ein Ausbruch nach oben wäre möglich. Eine Frage des Muts der Käufer.
Sektor im Umbruch
Vivendi steht im Schatten größerer Bewegungen in der Branche. Im französischen Telekommunikationssektor bahnt sich eine milliardenschwere Konsolidierung an: Ein 20,35 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für SFR zeigt, dass die Eigentümer ihre Karten neu mischen.
Auch im Musik- und Content-Geschäft rumort es. Strukturdebatten um Universal Music Group – einst Teil des Vivendi-Imperiums – lassen Rückschlüsse auf künftige Börsenstrategien zu. Die Frage, welche Konzernteile Vivendi selbst halten oder abgeben wird, bleibt offen.
Einen konkreten Termin für neue Unternehmensnachrichten gibt es nicht. Anleger sind auf die nächsten Ad-hoc-Mitteilungen angewiesen. Bis dahin dominiert die technische Perspektive: Halten die 1,66 Euro oder nicht?
Kurz gesagt: Der Markt zweifelt am Kurs des Managements. Neue Impulse sind überfällig.
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