Für Vivoryon Therapeutics läuft es diese Woche rund. Die Aktie des Biotech-Unternehmens legte am Mittwoch um 7,63 Prozent auf 1,27 Euro zu und setzt damit eine siebentägige Erholungsrally fort. Seit vergangenem Mittwoch summiert sich der Zugewinn auf 17,59 Prozent.

Der Auslöser sitzt tiefer als ein spekulativer Kurssprung. Nach Rückschlägen im Alzheimer-Programm hat Vivoryon seinen Leidkandidaten Varoglutamstat neu ausgerichtet – jetzt auf die Behandlung der diabetischen Nierenerkrankung (DKD). Eine Metaanalyse liefert dafür die Datenbasis: eine Verbesserung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate um 8,2 ml/min/1,73m² pro Jahr, statistisch signifikant (p=0,02).

Phase-IIb-Studie geplant – Finanzierung noch offen

Vivoryon arbeitet an einer Phase-IIb-Studie mit 120 Patienten. Das Problem: Die Studie beginnt erst, wenn zusätzliche Mittel fließen. Zum Ende des ersten Quartals 2026 lag die Kasse bei 4,0 Millionen Euro. Die Finanzierungsreichweite reicht damit ins vierte Quartal 2026.

Die geplante Kapitalrunde wird also zur Bewährungsprobe für den neuen Fokus. Ein ambitioniertes Unterfangen, denn DKD ist ein umkämpftes Feld. Große Pharmakonzerne arbeiten an eigenen Lösungen.

Technische Signale auf Erholungskurs

Bei 1,27 Euro notiert die Aktie exakt auf der 100-Tage-Linie und knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt bei 1,19 Euro. Der relative Stärkeindex liegt bei 65,6 – Richtung überkauft, aber noch nicht kritisch. Immerhin bleibt der Kurs 27,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,75 Euro.

Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von fast 59 Prozent bleibt die Aktie ein hochspekulatives Papier. Die aktuelle Erholung basiert auf der Neuausrichtung der Pipeline. Der nächste entscheidende Schritt für Anleger: die geplante Finanzierung für die DKD-Studie. Erst wenn sie steht, hat die Wette auf Varoglutamstat ein stabiles Fundament.