Der Linzer Stahlkonzern Voestalpine hat trotz rückläufiger Umsätze das stärkste Bilanzbild seit zwei Jahrzehnten vorgelegt — und der Markt honoriert das prompt. Die Aktie legte am Donnerstag knapp drei Prozent auf 48,00 Euro zu, nur noch rund 2,5 Prozent vom 52-Wochen-Hoch entfernt. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 24 Prozent verteuert.
Schulden auf dem tiefsten Stand seit 2005/06
Das Herzstück des Geschäftsberichts für das Fiskaljahr 2025/26: Die Nettofinanzverschuldung sank um 23 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das Gearing von 16,2 Prozent ist der niedrigste Wert seit 2005/06. Das Eigenkapital steht bei 7,8 Milliarden Euro, getragen von einem Free Cashflow von 537 Millionen Euro.
Beim Umsatz gab es Gegenwind — gesunkene Stahlpreise, der Verkauf von Buderus Edelstahl und negative Währungseffekte beim Dollar drückten den Erlös von 15,7 auf 15,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis bewegte sich dennoch in die entgegengesetzte Richtung: Das EBITDA kletterte von 1,3 auf 1,5 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis verdoppelte sich auf 424 Millionen Euro — ein Plus von 138 Prozent.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Voestalpine?
greentec steel: Montage ab 2026
Rund 60 Prozent des 1,5-Milliarden-Euro-Budgets für das Dekarbonisierungsprogramm greentec steel sind bereits investiert. In Linz erhält der erste Elektrolichtbogenofen derzeit sein Dach. Das gesamte Jahr 2026 ist den Montagearbeiten gewidmet.
Ab 2027 sollen je ein grünstrombetriebener Elektrolichtbogenofen in Linz und im steirischen Donawitz anlaufen. Bis 2029 peilt der Konzern damit eine CO₂-Reduktion von bis zu 30 Prozent gegenüber 2019 an. Das Management warnt allerdings vor einem strukturellen Flaschenhals: Leistungsfähige Strom- und Wasserstoffnetze zu wettbewerbsfähigen Preisen fehlen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Voestalpine?
Zölle und Ausblick
Der Handelskonflikt mit den USA bleibt der schärfste Unsicherheitsfaktor. Voestalpine beziffert den Ergebniseffekt auf 60 bis 80 Millionen Euro, Spezialrohre sind mit Abgaben von bis zu 50 Prozent besonders betroffen. Ein US-Berufungsgericht setzte am 12. Mai ein Urteil aus, das die Importzölle gekippt hatte — der 10-Prozent-Basiszoll bleibt damit vorerst bestehen, läuft aber ohne Verlängerung durch den US-Kongress im Juli aus.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Ab Juli sollen halbierte EU-Stahlimportquoten die Marktpreise stützen — dem stehen CO₂-Kosten von rund 230 Millionen Euro gegenüber. Ob die Zollsituation bis dahin Klarheit bringt, dürfte über die Mitte dieser Spanne entscheiden.
Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 4. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Voestalpine: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


