Voestalpine Aktie: Gearing auf 16,2 Prozent — 20-Jahres-Tief

Voestalpine präsentiert die beste Bilanz seit zwei Jahrzehnten. Schuldenabbau und starkes Nettoergebnis treiben den Aktienkurs auf ein Jahreshoch.

Voestalpine Aktie
Kurz & knapp:
  • Niedrigste Verschuldung seit 2005/06
  • Nettoergebnis steigt um 138 Prozent
  • Dekarbonisierungsprojekt greentec steel startet
  • US-Zölle belasten Ergebnis mit 80 Millionen Euro

Der Linzer Stahlkonzern Voestalpine hat trotz rückläufiger Umsätze das stärkste Bilanzbild seit zwei Jahrzehnten vorgelegt — und der Markt honoriert das prompt. Die Aktie legte am Donnerstag knapp drei Prozent auf 48,00 Euro zu, nur noch rund 2,5 Prozent vom 52-Wochen-Hoch entfernt. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 24 Prozent verteuert.

Schulden auf dem tiefsten Stand seit 2005/06

Das Herzstück des Geschäftsberichts für das Fiskaljahr 2025/26: Die Nettofinanzverschuldung sank um 23 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das Gearing von 16,2 Prozent ist der niedrigste Wert seit 2005/06. Das Eigenkapital steht bei 7,8 Milliarden Euro, getragen von einem Free Cashflow von 537 Millionen Euro.

Beim Umsatz gab es Gegenwind — gesunkene Stahlpreise, der Verkauf von Buderus Edelstahl und negative Währungseffekte beim Dollar drückten den Erlös von 15,7 auf 15,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis bewegte sich dennoch in die entgegengesetzte Richtung: Das EBITDA kletterte von 1,3 auf 1,5 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis verdoppelte sich auf 424 Millionen Euro — ein Plus von 138 Prozent.

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greentec steel: Montage ab 2026

Rund 60 Prozent des 1,5-Milliarden-Euro-Budgets für das Dekarbonisierungsprogramm greentec steel sind bereits investiert. In Linz erhält der erste Elektrolichtbogenofen derzeit sein Dach. Das gesamte Jahr 2026 ist den Montagearbeiten gewidmet.

Ab 2027 sollen je ein grünstrombetriebener Elektrolichtbogenofen in Linz und im steirischen Donawitz anlaufen. Bis 2029 peilt der Konzern damit eine CO₂-Reduktion von bis zu 30 Prozent gegenüber 2019 an. Das Management warnt allerdings vor einem strukturellen Flaschenhals: Leistungsfähige Strom- und Wasserstoffnetze zu wettbewerbsfähigen Preisen fehlen.

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Zölle und Ausblick

Der Handelskonflikt mit den USA bleibt der schärfste Unsicherheitsfaktor. Voestalpine beziffert den Ergebniseffekt auf 60 bis 80 Millionen Euro, Spezialrohre sind mit Abgaben von bis zu 50 Prozent besonders betroffen. Ein US-Berufungsgericht setzte am 12. Mai ein Urteil aus, das die Importzölle gekippt hatte — der 10-Prozent-Basiszoll bleibt damit vorerst bestehen, läuft aber ohne Verlängerung durch den US-Kongress im Juli aus.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Ab Juli sollen halbierte EU-Stahlimportquoten die Marktpreise stützen — dem stehen CO₂-Kosten von rund 230 Millionen Euro gegenüber. Ob die Zollsituation bis dahin Klarheit bringt, dürfte über die Mitte dieser Spanne entscheiden.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.