Ein Fünftel der Fabrikkosten in Deutschland ist bereits gestrichen. Volkswagen macht beim Konzernumbau ernst. Vorstandschef Oliver Blume liefert erste handfeste Ergebnisse gegen den anhaltenden Kostendruck. Die Einschnitte am Heimatstandort fallen dabei massiv aus.

Milliarden-Ziele und Stellenabbau

Das laufende Sparprogramm zeigt Wirkung. Bisher hat der Autobauer rund eine Milliarde Euro eingespart. Das Ziel: Bis 2030 sollen die jährlichen Netto-Einsparungen auf sechs Milliarden Euro klettern.

Dafür schrumpft Volkswagen seine Belegschaft drastisch. Bis Ende 2026 streicht der Konzern 19.000 Stellen in Deutschland. Bis zum Ende des Jahrzehnts sind bereits Zehntausende weitere Abgänge fest vereinbart. Insgesamt könnten bis zu 35.000 Arbeitsplätze wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen schließt das Management weiterhin aus.

Parallel dazu kappt das Unternehmen seine globale Kapazität. Statt zehn Millionen baut VW künftig nur noch neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Die Zukunft des Werks in Osnabrück klärt sich bis Jahresende.

Gegenwind aus Brüssel

Abseits der Werkshallen kämpft Konzernchef Blume an einer anderen Front. Gemeinsam mit Mercedes-Chef Ola Källenius kritisiert er die strengen EU-Klimaziele ab 2030. Blume warnt vor hohen Strafzahlungen. Er sieht einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber Rivalen aus China und den USA.

Um kommende EU-Vorgaben zu erfüllen, forscht VW in Wolfsburg an der Kreislaufwirtschaft. Ab 2032 verlangt Brüssel einen Rezyklatanteil von 15 Prozent in Neuwagen. Aktuell recycelt die Industrie nur einen Bruchteil der verbauten Kunststoffe. Hier muss der Konzern dringend aufholen.

Blick auf die Aktie

An der Börse honorieren Investoren den Sparkurs zaghaft. Die Volkswagen-Aktie schloss am Freitag bei 88,90 Euro. Damit überwand das Papier knapp seinen 50-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz mit einem Minus von 16,21 Prozent jedoch tiefrot.

Am kommenden Donnerstag, den 18. Juni 2026, tritt das Management vor die Aktionäre. Auf der Hauptversammlung präsentiert Blume weitere Details zum Umbau. Nach den jüngsten Sozialprotesten in Kassel erwartet den Vorstand dort eine harte Debatte über Werksschließungen und den Stellenabbau.