Volkswagen Aktie: 20 Prozent Kostenabbau bis 2028

VW-Aktie steigt über kurzfristigen Durchschnitt, doch der langfristige Trend bleibt schwach. Kostensenkungen und Dividende stützen, China belastet.

Volkswagen Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurs legt über 50-Tage-Linie zu
  • Kostensenkungsprogramm zeigt erste Erfolge
  • Hohe Dividendenrendite von über sechs Prozent
  • China-Geschäft bleibt operative Belastung

Volkswagen bekommt an der Börse wieder etwas Luft. Der Kurs liegt über dem kurzfristigen Durchschnitt, der Umbau liefert erste Kostenfortschritte. Trotzdem bleibt die Erholung fragil: Der Abstand zum langfristigen Trend zeigt, wie viel Vertrauen der Markt dem Konzern noch nicht zurückgibt.

Am Freitag notiert die Vorzugsaktie bei 89,44 Euro und liegt damit leicht im Plus. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 1,73 Prozent, seit Jahresanfang bleibt jedoch ein Minus von 15,70 Prozent.

Technik hellt sich auf

Kurzfristig sendet der Chart ein besseres Signal. Mit dem aktuellen Kurs liegt Volkswagen 1,36 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 88,24 Euro. Das stützt die Erholung nach den schwächeren Wochen.

Der größere Trend bleibt aber angeschlagen. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 96,21 Euro fehlt der Aktie noch ein Abstand von 7,03 Prozent. Der RSI von 88,6 deutet obendrein auf eine kurzfristig stark gelaufene Bewegung hin.

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Vom Jahreshoch bei 108,30 Euro ist Volkswagen weiter deutlich entfernt. Der Rückstand beträgt 17,41 Prozent. Die Aktie hat also Boden gutgemacht, aber noch keinen überzeugenden Trendwechsel geliefert.

Umbau bleibt der Kern der Story

Der wichtigere Teil spielt nicht im Chart, sondern im Konzern. Volkswagen will die Kosten bis 2028 um insgesamt 20 Prozent senken. Das neue Produktionssystem „Gamechanger“ soll dabei helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, vor allem bei Elektroautos.

Der Umbau hat eine harte soziale Komponente. Berichtet wird über den möglichen Abbau von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland. Bei der Kernmarke Volkswagen könnten davon etwa 35.000 Stellen betroffen sein.

Das Management setzt dabei auf Altersteilzeit und Abfindungen. Betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen sollen nach den geltenden Vereinbarungen vermieden werden. Für den Markt zählt nun, ob diese Linie schnell genug Kosten senkt, ohne die Produktion zusätzlich zu belasten.

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Dividende stützt, China belastet

Ein Stabilitätsanker bleibt die Ausschüttung. Für das abgelaufene Geschäftsjahr plant Volkswagen 5,26 Euro je Vorzugsaktie und 5,20 Euro je Stammaktie. Auf dem aktuellen Kursniveau entspricht das einer Rendite von mehr als sechs Prozent.

Die Hauptversammlung soll im Juni über die Dividende entscheiden. Volkswagen hatte früher eine Ausschüttungsquote von mindestens 30 Prozent des Nettoergebnisses als Ziel genannt.

Operativ bleibt der Druck hoch. Die jüngsten Quartalszahlen zeigten einen Umsatzrückgang um 2,45 Prozent auf 75,66 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie sank auf 2,61 Euro.

Belastend wirken höhere Produktionskosten und der intensive Wettbewerb in China. Positiv fällt dagegen auf, dass die Gemeinkosten im Quartal bereits um eine Milliarde Euro reduziert wurden. Analysten erwarten für das Gesamtjahr ein Ergebnis je Aktie von 19,63 Euro.

Der Kursimpuls passt damit zur verbesserten Kostendisziplin, nicht zu einer gelösten Konzernlage. Solange die Aktie unter dem langfristigen Durchschnitt bleibt, bleibt die Erholung ein Testlauf: überzeugend wird sie erst, wenn Kostensenkungen und Margenstabilität in den nächsten Zahlen zusammen sichtbar werden.

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