000 Stellen weltweit angekündigt. Ziel ist es, einen Kostennachteil von rund 20 Prozent gegenüber der Konkurrenz auszugleichen, wie Reuters und The Guardian berichten. Der Aufsichtsrat hatte zuvor Pläne zur Schließung von vier Werken in Deutschland abgelehnt. Der Ball liegt damit erneut beim Personal statt bei den Standorten.
Die Ankündigung trifft einen Konzern, der ohnehin unter Druck steht. Die Vorzugsaktie schloss am Freitag bei 73,12 Euro und liegt seit Jahresbeginn 29,79 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 109,10 Euro aus dem Dezember 2025 trennen das Papier inzwischen 32,98 Prozent.
Zukunftskonzept und abgelehnte Werksschließungen
Der Vorstand hatte dem Aufsichtsrat bereits Anfang Juli ein umfassendes „Zukunftskonzept“ zur strategischen Neuausrichtung vorgelegt. Es umfasst zwölf Initiativen und 45 Einzelbeschlüsse, die die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns steigern sollen. Dass die Kontrolleure die Schließung von vier deutschen Werken verwarfen, verschiebt den Sparfokus offenbar stärker auf den Personalabbau. Blumes Memo liest sich vor diesem Hintergrund wie die Konsequenz aus einer Debatte, die im Aufsichtsrat anders entschieden wurde als vom Management erhofft.
Parallel zur Spardebatte treibt Volkswagen sein Elektroportfolio voran. Laut Auto Zeitung enthüllte der Konzern Mitte Juli den neuen Elektro-SUV „ID. Cross“ auf Basis der MEB+-Plattform. Der Marktstart ist für Ende 2026 vorgesehen. Zudem veröffentlichte Volkswagen Anfang Juli die weltweiten Auslieferungszahlen für das erste Halbjahr 2026.
Verkauf von Everllence und bestätigte Jahresprognose
Auf der strategischen Ebene ordnet Volkswagen zugleich sein Portfolio neu. Der Konzern schloss eine Exklusivvereinbarung mit Bain Capital über den Verkauf einer 51-Prozent-Mehrheit an der Tochtergesellschaft Everllence ab. Volkswagen will langfristig mit 49 Prozent der Anteile beteiligt bleiben – ein Rückzug aus der operativen Kontrolle, aber kein vollständiger Ausstieg.
An der grundsätzlichen Jahresprognose 2026 hält der Konzern fest: Erwartet wird ein Umsatzwachstum zwischen 0 und 3 Prozent, ausgehend von 321,9 Milliarden Euro im Jahr 2025, sowie eine operative Rendite zwischen 4,0 und 5,5 Prozent. Die Bandbreite signalisiert, dass Volkswagen trotz der Sparmaßnahmen operativ auf Kurs bleiben will.
Analysten trotz Kursverlusten optimistisch
Die Reaktion der Analystenhäuser fällt trotz der schwierigen Nachrichtenlage überwiegend konstruktiv aus. Deutsche Bank Research bestätigte am 16. Juli die Einstufung „Buy“ für die Volkswagen-Vorzugsaktie. JPMorgan-Analyst Jose M. Asumendi beließ die Aktie nach einem Pre-Close-Call bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 110 Euro und verwies auf einen seit Jahresbeginn um 12 Prozent gestiegenen Auftragsbestand. Bankhaus Metzler hatte sein Kursziel bereits Anfang Juli von 105 auf 130 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ belassen.
Die Kurszielspannen der Häuser liegen damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau der Aktie – ein Hinweis darauf, dass die Substanz des Konzerns aus Analystensicht höher eingeschätzt wird als es der Kursverlauf der vergangenen Monate widerspiegelt.
Ausblick auf Quartalsbericht
Volkswagen wird am 24. Juli die Zwischenberichterstattung zum zweiten Quartal und zum ersten Halbjahr 2026 veröffentlichen. Anleger dürften dort erste konkrete Zahlen dazu erhalten, wie sich der angekündigte Stellenabbau finanziell auswirken könnte und ob die bekräftigte Jahresprognose nach dem ersten Halbjahr weiter Bestand hat.
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