Volkswagen hat seine Hauptversammlung genutzt, um juristische Altlasten abzuräumen und personelle Kontinuität zu sichern. Parallel dazu skizzierte Konzernchef Oliver Blume einen Zukunftsplan — und dämpfte Erwartungen an eine schnelle Markterholung.

Deckungsvergleich neu aufgesetzt

Der Bundesgerichtshof hatte den HV-Beschluss von 2021 aus formalen Gründen für nichtig erklärt. Damit war der ursprüngliche Deckungsvergleich mit Anbietern von Manager-Haftpflichtversicherungen unwirksam geworden. Volkswagen legte ihn am 18. Juni 2026 neu vor — inhaltlich weitgehend unverändert. Die Aktionäre stimmten mit 97,46 Prozent zu.

Vorsorglich fasste die HV außerdem einen Bestätigungsbeschluss zum Haftungsvergleich mit Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn. Dieser Beschluss erhielt 99,99 Prozent der Stimmen.

Pötsch bleibt, Blume plant

Auch personell ändert sich nichts. Hans Dieter Pötsch zog mit 98,46 Prozent erneut in den Aufsichtsrat ein und wurde anschließend als Vorsitzender bestätigt.

Blume stellte auf der HV einen Zukunftsplan mit acht Handlungsfeldern vor. Er umfasst den Abbau von Überkapazitäten, weniger Komplexität, ein schlankeres Beteiligungsportfolio und mehr regionale Verantwortung. Für 2030 peilt Volkswagen eine operative Umsatzrendite von 8 bis 10 Prozent an. Der Netto-Cashflow soll auf mehr als 60 Prozent des operativen Automotive-Ergebnisses steigen.

Blume machte dabei keinen Hehl aus den Risiken. Frühere Absatz- und Preisniveaus kehren laut seiner Einschätzung nicht zurück. Geopolitische Krisen, neue Zölle, steigende Regulierungskosten und der wachsende Wettbewerb chinesischer Hersteller in Europa belasten den Konzern.

Dividende fließt ab heute

Die Aktionäre stimmten außerdem der Gewinnverwendung für 2025 zu. Die Dividende beträgt 5,20 Euro je Stammaktie und 5,26 Euro je Vorzugsaktie. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von über 30 Prozent. Die Vorzugsaktie kommt damit auf eine Dividendenrendite von 5,1 Prozent, gemessen am Jahresschlusskurs.

Heute — am 19. Juni 2026 — notiert die Aktie erstmals ex Dividende. Die Auszahlung folgt am 23. Juni 2026.

Weitere wesentliche Entscheidungen will Blume gemeinsam mit dem Aufsichtsrat im Sommer treffen. Der Markt wird dann messen, ob der Zukunftsplan über Folien hinausgeht.