Volkswagen Aktie: Branchenbewegungen

Porsche leitet Nachfolgesuche für CEO Oliver Blume ein, was Investorerleichterung auslöst. Der Sportwagenhersteller kämpft mit schwacher China-Nachfrage und Elektro-Offensive.

Volkswagen Aktie
Kurz & knapp:
  • Nachfolgesuche für umstrittene Doppelspitze Blume
  • Aktie gewinnt nach Führungsankündigung spürbar
  • Schwache China-Nachfrage und Elektro-Probleme
  • Gewinnprognose für 2025 bereits gesenkt

Die Doppelspitze von Oliver Blume bei Porsche und Volkswagen galt seit Jahren als größter Governance-Streitpunkt für Investoren. Jetzt scheint sich endlich Bewegung in der Führungsfrage zu bringen. Laut Berichten hat Porsche die Suche nach einem Nachfolger für Blume eingeleitet – ein Schritt, der den umstrittenen CEO wohl von einer seiner Positionen trennen wird. Doch kann eine neue Führung die tiefgreifenden Probleme des Sportwagenherstellers lösen?

Warum Investoren aufatmen

Die Nachricht von der Nachfolgesuche löste an den Märkten sofort Erleichterung aus. Die Porsche-Aktie gewann spürbar an Boden. Analysten hatten Blumes Doppelrolle wiederholt als „höchst problematisch“ kritisiert, besonders seit dem Börsengang 2022. Die zentrale Sorge: Wie kann ein CEO zwei Konzerne dieser Größe gleichzeitig durch die größte Transformation der Automobilgeschichte steuern?

„Eine solche Entwicklung würde die Bedenken bezüglich der Unternehmensführung mindern“, kommentierte Metzler-Equities-Analyst Pal Skirta die jüngsten Entwicklungen. Die Ressourcenverteilung zwischen Porsche und VW angesichts der strukturellen Branchenherausforderungen war für viele Anleger einfach nicht mehr nachvollziehbar.

Die Herausforderungen des nächsten Porsche-CEO

Der oder die Neue wird kein leichtes Erbe antreten. Porsche kämpft gleich an mehreren Fronten:

  • Schwache Nachfrage in China: Der wichtige Absatzmarkt für Sportwagen zeigt Ermüdungserscheinungen
  • Elektro-Offensive läuft schleppend: Der Übergang zur E-Mobilität verläuft nicht nach Plan
  • US-Zölle belasten: Handelskonflikte drücken auf die Margen
  • Gewinnprognose gesenkt: Die Zahlen für 2025 musste bereits nach unten korrigiert werden

Volkswagen, das ebenfalls mit enttäuschenden Quartalszahlen und gesenkter Prognose kämpft, steht vor ähnlichen Problemen. Die operative Renditeerwartung wurde deutlich reduziert.

Wer könnte Blume beerben?

Laut Berichten laufen bereits konkrete Gespräche über die Nachfolge – eine Entscheidung könnte bereits im Herbst fallen. Interne wie externe Kandidaten stehen im Raum:

  • Michael Steiner (Porsche-Vorstand Forschung & Entwicklung, aktuell Blumes Stellvertreter)
  • Stefan Weckbach (Leiter Konzernstrategie Volkswagen)
  • Frank-Steffen Walliser (CEO Bentley)
  • Klaus Zellmer (CEO Å koda)

Die Familien Porsche und Piech, die über Porsche SE die meisten Stimmrechte bei VW halten, hatten Blume zwar erst im Mai ihr Vertrauen ausgesprochen. Doch der Druck der Anleger scheint nun Wirkung zu zeigen.

Kursentwicklung: Licht und Schatten

Die Aktie notierte zuletzt bei 99,42 Euro und damit zwar deutlich über ihren wichtigen Durchschnittswerten (50-Tage: 94,30 €, 200-Tage: 93,97 €), aber noch gut 9 Prozent unter dem März-Hoch von 109,95 Euro. Seit Jahresanfang konnte sie dennoch ein Plus von knapp 14 Prozent verbuchen.

Die eigentliche Baustelle bleibt die langfristige Performance: Seit dem Börsengang 2022 hat die Porsche-Aktie etwa 45 Prozent ihres Wertes eingebüßt – eine enttächende Entwicklung für viele Anleger.

Wende in Sicht?

Die Klärung der Führungsfrage könnte endlich den Weg freimachen für die notwendige Fokussierung auf die operativen Herausforderungen. Für Porsche geht es um nicht weniger als die Sicherung der Zukunft in einer sich dramatisch wandelnden Automobilwelt. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Konzern mit einer neuen Führungsspitze die richtigen Weichen stellt.

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