Der Wolfsburger Autokonzern hat ein historisch schwaches Geschäftsjahr hinter sich. Fast neun Milliarden Euro an Sonderlasten haben den Gewinn 2025 nahezu halbiert. Dennoch sollen Aktionäre eine üppige Ausschüttung erhalten, gestützt von einem überraschend starken Cashflow.

US-Zölle und Porsche belasten

Die nackten Zahlen des vergangenen Jahres spiegeln harte operative Gegenwinde wider. Der Konzerngewinn nach Steuern brach um rund 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro ein. Verantwortlich dafür sind primär außerordentliche Aufwendungen. Allein Anpassungen der Elektrostrategie bei Porsche verschlangen knapp fünf Milliarden Euro.

Dazu kommen die drastischen Auswirkungen der US-Handelspolitik. Laut CEO Oliver Blume kosten die amerikanischen Importzölle den Konzern direkt und indirekt rund fünf Milliarden Euro Ergebnis pro Jahr. Viele importierte Produkte lassen sich auf dem US-Markt kaum noch wirtschaftlich verkaufen. Das Nordamerika-Geschäft verbuchte infolgedessen einen Absatzrückgang von zwölf Prozent.

Starker Cashflow sichert Ausschüttung

Ungeachtet des Gewinneinbruchs verzeichnete Volkswagen finanzielle Lichtblicke. Der Netto-Cashflow im Automobilbereich kletterte auf 6,4 Milliarden Euro und übertraf den Vorjahreswert deutlich. Diese Liquidität bildet das Fundament für den aktuellen Dividendenvorschlag.

Für die Vorzugsaktie plant das Management eine Auszahlung von 5,26 Euro, für die Stammaktie sind es 5,20 Euro. Zwar bedeutet dies eine Kürzung gegenüber dem Vorjahr. Beim aktuellen Kursniveau entspricht das jedoch einer Dividendenrendite von rund 6,1 Prozent. Die nicht zahlungswirksame Porsche-Abschreibung wurde bei der Berechnung der Ausschüttung bewusst ausgeklammert.

Blick auf das laufende Jahr

Für 2026 peilt das Management eine moderate Erholung an. Der Umsatz soll um bis zu drei Prozent wachsen, die anvisierte operative Umsatzrendite liegt zwischen 4,0 und 5,5 Prozent. Ein wichtiger Stützpfeiler bleibt der europäische Heimatmarkt. Hier verzeichnete Volkswagen zuletzt ein Absatzplus von fünf Prozent und einen Sprung von 62 Prozent beim Auftragseingang für Elektrofahrzeuge.

Die nächste wichtige Terminmarke für Anleger ist nun der 18. Juni 2026. An diesem Tag findet die virtuelle Hauptversammlung des Autobauers statt, im direkten Anschluss erfolgt die Auszahlung der beschlossenen Dividende.