Volkswagen ruft an diesem Montag um 18:00 Uhr zum H1 Pre-Close Conference Call. Investoren erwarten erste Einschätzungen zum ersten Halbjahr 2026. Der Termin fällt in eine Phase, in der die Aktie so tief steht wie seit einem Jahr nicht mehr.
Die Vorzugsaktie schloss am Freitag bei 71,06 Euro. Das liegt nur 2,69 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro, markiert erst am 1. Juli. Binnen sieben Tagen verlor das Papier 5,81 Prozent, auf Monatssicht sogar mehr als 20 Prozent.
Der Absturz seit Jahresbeginn liegt bei über 33 Prozent. Zum Dezember-Hoch von 109,10 Euro fehlen inzwischen fast 35 Prozent. Der RSI von 30,2 zeigt eine nahezu überverkaufte Lage, die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei über 32 Prozent.
Auslieferungszahlen liegen schon vor
Volkswagen hatte bereits am 10. Juli die Auslieferungszahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht. Der Konzern brachte 4,1 Millionen Fahrzeuge zu den Kunden. Beim Auftragsbestand für vollelektrische Fahrzeuge in Europa meldet Volkswagen ein Plus von mehr als 50 Prozent.
Der heutige Call dürfte diese Zahlen um erste finanzielle Einordnungen ergänzen. Die vollständigen Quartalsergebnisse folgen erst am 24. Juli.
Sparprogramm kommt nicht voran
Der Vorstand hatte dem Aufsichtsrat kürzlich ein umfassendes Sparprogramm vorgestellt. Es sieht unter anderem weniger Produktkomplexität und angepasste Produktionskapazitäten vor. Einen Durchbruch bei der Umsetzung gab es bislang nicht, berichtete Reuters.
Widerstand kommt aus der Belegschaft und von Ländervertretern im Aufsichtsrat. Analysten von Jefferies bewerten die bisherigen Ankündigungen skeptisch. Bei zentralen Streitpunkten wie Werkschließungen oder zusätzlichen Stellenkürzungen sehen sie keine klaren Fortschritte.
China bleibt ein Problemfeld
Neben dem internen Reformstau macht dem Konzern die Marktlage in China zu schaffen. Chinesische Hersteller erhöhen den Wettbewerbsdruck, mögliche neue EU-Zollmaßnahmen im Streit mit Peking verschärfen die Lage zusätzlich.
Volkswagen setzt dagegen auf seine „In China, for China“-Strategie. Der Konzern entwickelt Fahrzeuge gemeinsam mit lokalen Partnern, um im umkämpften Markt wieder Boden gutzumachen.
Der Pre-Close-Call am Abend liefert erste Signale zur operativen Entwicklung im zweiten Quartal. Die eigentliche Nagelprobe folgt aber erst am 24. Juli: Dann legt Volkswagen die vollständigen Finanzzahlen vor und muss zeigen, wie weit das Sparprogramm tatsächlich vorangekommen ist.
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