Ein Analyst hebt sein Kursziel deutlich an, während der Kurs seit Wochen fällt. Bei Volkswagen prallen diese Woche zwei Sichtweisen aufeinander. Das Bankhaus Metzler sieht eine Bodenbildung. Andere Marktbeobachter warnen vor genau dem Gegenteil.

Metzler erhöht Kursziel auf 130 Euro

Analyst Daniel Schwarz vom Bankhaus Metzler hebt sein Kursziel für die Volkswagen-Vorzugsaktie von 105 auf 130 Euro an. Gleichzeitig bestätigt er seine Kaufempfehlung. Die Begründung: Metzler setzt auf die geplanten Stellenstreichungen im Konzern als Wendepunkt.

Der Zeitpunkt ist auffällig. Die Vorzugsaktie schloss zuletzt bei 75,78 Euro. Binnen sieben Handelstagen legte das Papier immerhin 7,64 Prozent zu, bleibt aber 30,54 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro aus dem Dezember 2025.

Auf Jahressicht steht ein Minus von 28,58 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Tief bei 69,20 Euro, markiert am 1. Juli, hat sich die Aktie zwar leicht erholt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 94,05 Euro bleibt mit 19,43 Prozent aber beträchtlich.

Warum andere Beobachter skeptisch bleiben

Nicht jeder teilt Metzlers Optimismus. Schon das alte Kursziel von 105 Euro lag nahe am Jahreshoch. Kritiker verweisen darauf, dass die geplanten Stellenstreichungen zwar ein Thema sind, aber noch keine gelöste Aufgabe.

Fundamental bleibt die Lage angespannt. Die europäische Autobranche kämpft mit wachsender internationaler Konkurrenz. Einige Hersteller prüfen sogar einen Einstieg in die Rüstungsproduktion — ein Zeichen für den Anpassungsdruck der gesamten Branche.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 3,5 wirkt Volkswagen günstig. Ein Kommentator bei Onvista bringt die Skepsis auf den Punkt: „Solche Unternehmen sind aber oft nicht ohne Grund billig, weshalb die niedrige Bewertung allein kein Kaufgrund ist.“

Auch die Chartlage stützt Metzlers These bisher kaum. Die Aktie brach unter hohem Handelsvolumen nach unten aus. Der RSI liegt bei 38,2 und signalisiert damit noch keine überverkaufte Lage, die eine schnelle Erholung nahelegen würde.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 30,82 Prozent. Das zeigt: Die Nervosität rund um das Papier bleibt hoch.

Restrukturierung entscheidet über die nächsten Schritte

Die Kurszielanhebung fällt in eine heiße Phase für Volkswagen. Der Aufsichtsrat berät in Kürze über ein umfassendes Sparprogramm. Genau darauf bezieht sich Metzler in seiner Begründung.

Die geplanten Stellenstreichungen hängen direkt mit diesem Sparprogramm zusammen. Ob Werksschließungen folgen, ist noch offen. Für die Aktie bedeutet das: Die fundamentale Unsicherheit bleibt bestehen, auch wenn einzelne Analysten schon auf eine Wende setzen.

Metzler wettet auf eine mittelfristige Erholung. Andere Marktteilnehmer wollen erst konkrete Fortschritte bei der Restrukturierung sehen, bevor sie dem charttechnisch angeschlagenen Bild trauen. Die Entscheidung des Aufsichtsrats über das Sparprogramm dürfte in den kommenden Wochen zeigen, welche Seite recht behält.