Volkswagen Aktie: Milliarden-Überraschung!

Der Volkswagen-Konzern erzielte 2025 einen unerwartet hohen Netto-Cashflow von sechs Milliarden Euro und übertrumpfte damit die eigene Prognose deutlich. Die Aktie reagierte mit einem starken Kursanstieg.

Volkswagen Aktie
Kurz & knapp:
  • Netto-Cashflow übertrifft Prognose um sechs Milliarden
  • Aktienkurs steigt um fast sechs Prozent an
  • Strategische Investitionskürzungen als Haupttreiber
  • Analysten bewerten Entwicklung unterschiedlich

Der Wolfsburger Konzern liefert einen Paukenschlag: Der Netto-Cashflow im Automobilbereich erreichte 2025 rund sechs Milliarden Euro – eine glatte Milliarde mehr als im Vorjahr. Noch brisanter: Ursprünglich hatte das Management lediglich null Milliarden in Aussicht gestellt. Die Aktie schoss am Donnerstag um 5,8 Prozent auf 104,60 Euro nach oben.

Woher kommt der Geldsegen?

Die Antwort liegt in einer strategischen Kehrtwende. Volkswagen hat Investitionen zurückgefahren und Lagerbestände abgebaut. Projektverschiebungen und reduzierte Ausgaben in Forschung und Entwicklung schlugen positiv zu Buche. Das betriebsnotwendige Kapital – Vorräte, Lagerbestände, Forderungen – wurde deutlich effizienter verwaltet als geplant.

Auch die Nettoliquidität profitierte: Sie kletterte zum Jahresende von 31 auf 34 Milliarden Euro. Die Nutzfahrzeugholding Traton steuerte ebenfalls einen besseren Mittelzufluss bei, getrieben durch Verbesserungen bei MAN und Scania.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Volkswagen?

Analysten überrascht, aber vorsichtig optimistisch

Am Markt hatte man lediglich mit knapp einer Milliarde Euro Zufluss gerechnet. Tom Narayan von RBC bestätigt das Kursziel von 135 Euro und bleibt bei „Outperform“. Philippe Houchois von Jefferies sieht den Cashflow-Anstieg als „willkommene Überraschung“ und hält am Kursziel von 140 Euro fest.

Doch Christian Frenes von Goldman Sachs dämpft die Euphorie. Zwar sei das Ergebnis positiv und signalisiere niedrigere Investitionen, aber: Es fehlen Details zur Nachhaltigkeit dieser Entwicklung. Goldman bleibt bei „Neutral“ mit Kursziel 106 Euro.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Volkswagen?

Strukturumbau soll weitere Milliarde bringen

Parallel treibt Volkswagen die Zentralisierung voran. Ein neuer Markengruppenvorstand soll künftig markenübergreifende Entscheidungen bei VW Pkw, Skoda, Seat/Cupra und VW Nutzfahrzeuge treffen. Allein im Produktionsbereich soll diese Neuordnung bis 2030 Einsparungen von einer Milliarde Euro ermöglichen – auch durch den Abbau von Managerpositionen.

Für Anleger bleibt die Frage: Ist das der Wendepunkt oder nur eine Atempause? Die vollständigen Jahreszahlen am 10. März werden zeigen, ob hinter dem Cashflow-Sprung eine tragfähige Strategie steckt oder ob hier lediglich kurzfristige Effekte wirken. Vom Frühjahrs-Hoch 2021 bei über 250 Euro ist die Aktie jedenfalls noch meilenweit entfernt.

Volkswagen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen-Analyse vom 22. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Volkswagen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Volkswagen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Über Felix Baarz 1556 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.