Volkswagen treibt den Verkauf seiner Industrietochter Everllence voran – und die Gebote übertreffen alle Erwartungen. Gleichzeitig präsentiert der Konzern morgen seine Jahresbilanz, während das Werk Osnabrück mit Militärprototypen experimentiert. Ein Blick auf die drei parallelen Baustellen des Wolfsburger Konzerns.
Everllence lockt Private-Equity-Schwergewichte
Der Verkaufsprozess für die ehemalige MAN Energy Solutions nimmt Fahrt auf. Blackstone, Bain Capital, Brookfield, CVC, Advent und EQT haben die zweite Bieterrunde erreicht. Auch der japanische Motorenhersteller Yanmar mischt mit. Die vorläufigen Gebote liegen bei rund 8 Milliarden Euro – deutlich über der ursprünglich kolportierten Spanne von 5 bis 6 Milliarden.
Everllence erzielte 2024 einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro bei einem EBIT von 337 Millionen Euro. Die Motoren und Kraftwerksturbinen gelten bei Investoren als robust gegenüber technologischer Disruption. Volkswagen will eine Mehrheitsbeteiligung veräußern, aber eine signifikante Minderheit behalten. Bindende Angebote werden in etwa sechs Wochen erwartet. Goldman Sachs und JPMorgan begleiten den Prozess.
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Jahresbericht 2025 kommt morgen
Am 10. März legt Volkswagen seinen Konzernabschluss 2025 vor. Der automobile Netto-Cashflow erreichte rund 6 Milliarden Euro – leicht über den internen Zielen und eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Bei den Elektrofahrzeugen lieferte der Konzern 983.100 Einheiten aus, ein Plus von rund einem Drittel gegenüber 2024. In Europa stiegen die BEV-Auslieferungen um 66 Prozent, während sie in China um 44 Prozent einbrachen.
Der BEV-Anteil kletterte auf 10,9 Prozent – erstmals zweistellig. Über alle Antriebsarten hinweg verkaufte Volkswagen jedoch 0,5 Prozent weniger Fahrzeuge als 2024, insgesamt 8,98 Millionen Einheiten. Anleger dürften vor allem auf den Ausblick für 2026 schauen: Wie stark prägen Portfoliomaßnahmen wie der Everllence-Verkauf das künftige Ergebnis?
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Osnabrück experimentiert mit Rüstung
Auf der Verteidigungsmesse Enforce Tac zeigte Volkswagen zwei Militärprototypen aus dem Werk Osnabrück: den MV.1 auf Basis des Amarok-Pickup und den MV.2, einen gepanzerten Crafter-Van. Die Fahrzeuge trugen den Namen D.E.S. Defence, nicht das VW-Logo. Die rund 2.300 Mitarbeiter in Osnabrück suchen nach einer Zukunft, nachdem die Produktion des T-Roc Cabriolet 2027 ausläuft. Gespräche mit Rheinmetall über einen Verkauf verliefen zuletzt ergebnislos.
Die Prototypen entstanden eigenständig am Standort, eine Konzernentscheidung dazu steht aus. Volkswagen prüft Marktoptionen für das Werk im Rahmen seines Konzernumbaus.
Liquidität für den E-Umbau
Ein erfolgreicher Everllence-Verkauf würde Volkswagen Milliarden für den teuren Übergang zur Elektromobilität verschaffen. Der Konzern steht unter Druck: chinesische Wettbewerber, volatile Energiekosten und steigende Regulierungsauflagen belasten die Margen. Der Trend zur Portfoliobereinigung zieht sich durch die europäische Industrie. Mit dem Jahresbericht morgen wird sich zeigen, wie Volkswagen die Transformation finanzieren will – und welche Rolle der Everllence-Erlös dabei spielt.
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