Morgen klingelt bei Vonovia-Aktionären die Kasse. Der Bochumer Immobilienkonzern schüttet seine Dividende aus. Das Geld kommt genau zur rechten Zeit. Denn an der Börse herrscht aktuell Katerstimmung.

Die Hauptversammlung hat eine leicht erhöhte Ausschüttung von 1,25 Euro je Aktie beschlossen. Für deutsche Privatanleger gibt es dabei eine Besonderheit. Die Zahlung erfolgt aus dem steuerlichen Einlagekonto. Die Folge: Zunächst fallen weder Kapitalertragsteuer noch Solidaritätszuschlag an. Der Fiskus greift erst später zu. Der ausgezahlte Betrag mindert rechnerisch die Anschaffungskosten im Depot. Beim späteren Verkauf der Papiere steigt dadurch der steuerpflichtige Gewinn.

Kursrutsch und neues Personal

Bereits am Freitag rutschte der Kurs optisch ab. Die Aktie handelte erstmals ohne den Dividendenanspruch und schloss bei 21,15 Euro. Damit bewegt sich das Papier gefährlich nahe am 52-Wochen-Tief von 20,97 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut zwölf Prozent. Der schwache Trend bleibt intakt.

Abseits der Zahlen formiert sich das Kontrollgremium neu. Dr. Anne-Marie Großmann-Minkwitz zieht frisch in den Aufsichtsrat ein. Sie ersetzt Matthias Hünlein nach dessen regulärer Amtszeit. Jürgen Fenk erhielt ein Mandat für eine zweite Runde.

Der Schuldenberg ruft

Der Fokus des Managements richtet sich nun auf die Bilanz. Vonovia muss in diesem Jahr noch rund 1,6 Milliarden Euro refinanzieren. In den beiden Folgejahren stehen massive Anschlussfinanzierungen an. Bis 2028 will der Vorstand den Verschuldungsgrad spürbar drücken und den Loan-to-Value bei 40 Prozent deckeln. Gelingt dieser Schuldenabbau nach Plan, sinkt das finanzielle Risiko für die kommenden Jahre deutlich.