Auf den ersten Blick wirkt das Auftaktquartal der Vonovia SE unspektakulär. Die Erlöse verharren auf hohem Niveau. Ein tieferer Blick in die Bilanz offenbart allerdings eine massive Abhängigkeit von Sondereffekten.

Einbruch beim Nettoergebnis

Im bis Ende März laufenden Quartal kletterte der Umsatz minimal auf gut 1,2 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis brach im Vorjahresvergleich drastisch ein. Unter dem Strich blieben dem Bochumer Immobilienkonzern lediglich 210,5 Millionen Euro.

Selbst dieser reduzierte Gewinn steht auf wackeligen Beinen. Experten von Simply Wall St verweisen auf außergewöhnliche Posten in Höhe von 1,6 Milliarden Euro, die das Ergebnis stützten. Hinzu kommt ein Steuervorteil von 1,3 Milliarden Euro. Fielen diese nicht nachhaltigen Faktoren weg, läge der operative Ertrag massiv tiefer. Marktbeobachter werten dies als Warnsignal für die künftige Ertragsqualität.

Schwacher Trend an der Börse

An der Börse spiegelt sich diese Skepsis wider. Die Aktie notiert aktuell bei 22,22 Euro und handelt damit gut zwölf Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp acht Prozent auf der Kurstafel. Konkurrenten wie LEG Immobilien sammeln derweil Pluspunkte bei Investoren. Dort lobt die Deutsche Bank Research ausdrücklich die operativen Fortschritte beim Schuldenabbau.

Führende Investmentbanken halten ungeachtet der Bilanzstruktur an der Vonovia-Aktie fest. Die Einschätzungen gehen dabei auseinander:
– J.P. Morgan: „Buy“ mit einem Ziel von 34,50 Euro
– Goldman Sachs: „Buy“ bei 31,80 Euro
– Bernstein: „Hold“ mit einem Ziel von 26,50 Euro

Der Vorstand hält vorerst an seiner Route fest. Das Management bestätigte die Prognose für das laufende Gesamtjahr. Ohne die schützende Hand der milliardenschweren Steuereffekte muss das operative Kerngeschäft in den kommenden Monaten beweisen, dass es die laufenden Zinslasten aus eigener Kraft stemmen kann.