Neue Schulden, alte Sorgen. Vonovia hat gerade eine Wandelanleihe über 850 Millionen Euro platziert — und der Kurs reagiert mit Abgaben. Die Aktie notiert auf 20,22 Euro und liegt damit nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief.
Wandelanleihe: Liquidität erkauft mit Verwässerungsrisiko
Die Anleihe läuft bis Juni 2031 und trägt keinen laufenden Kupon. Das entlastet den Zinsdienst kurzfristig. Zur Rückzahlung fällig werden 109,78 Prozent des Nennwerts — das entspricht einer jährlichen Rendite von 1,875 Prozent.
Der Haken liegt im Wandlungspreis: 28,04 Euro je Aktie. Das ist eine Prämie von 37,5 Prozent auf den Referenzkurs. Bestandsaktionäre wurden vom Bezugsrecht ausgeschlossen. Für sie bedeutet das: potenzielle Verwässerung, falls die Aktie irgendwann wieder in diese Regionen klettert.
Das Management will die Erlöse zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten nutzen. Bei rund 40 Milliarden Euro Nettoverbindlichkeiten ist das kein Luxus, sondern Pflicht. Der Markt quittiert es trotzdem mit Skepsis — die Entschuldung bleibt mühsam.
Berlin-Mieterhöhungen: Hilfe, aber keine Wende
Operativ gibt es ein kleines Plus. In Berlin kündigt Vonovia Mieterhöhungen von durchschnittlich 4,8 Prozent an, gedeckelt bei 70 Euro pro Monat. Der Berliner Markt ist für den Konzern bedeutend — politisch aber heiß umkämpft. Die Erhöhungen stabilisieren die Einnahmen, lösen das Kernproblem aber nicht.
Charttechnik: Wenige Cent bis zum Tief
Das Chartbild ist angespannt. Mit 20,22 Euro trennen die Aktie nur 3,53 Prozent vom 52-Wochen-Tief bei 19,53 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 24,43 Euro — der Abstand beträgt über 17 Prozent. Der RSI notiert bei 39,7 und zeigt damit noch keinen überverkauften Zustand an.
Hält die Unterstützung bei rund 19,50 Euro nicht, dürfte technischer Anschlussdruck entstehen. Eine Stabilisierung über der 20-Euro-Marke wäre das erste Signal für eine Bodenbildung — mehr aber auch nicht.
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