Vonovia hat gestern vorläufige Neunmonatszahlen veröffentlicht und seine Erwartungen zurückgenommen. Das bereinigte operative Ergebnis legte zu, während das bereinigte Vorsteuerergebnis und die bereinigten Aktionärserträge sanken. Höhere Finanzierungskosten und ein schwächeres Transaktionsgeschäft begrenzen damit den Nutzen der operativen Entwicklung. Zugleich fällt der erwartete Mittelzufluss niedriger aus als bislang angekündigt.
Unterschiedliche Entwicklung der Ergebnisgrößen
In den ersten neun Monaten 2026 erreichte das bereinigte EBITDA nach Unternehmensangaben 2,19 Mrd. € nach 2,118 Mrd. € im Vorjahreszeitraum. Sämtliche veröffentlichten Neunmonatsangaben sind vorläufig.
Der operative Zuwachs setzte sich nicht durch die weiteren Ergebnisstufen fort. Damit ergibt sich für Anleger ein geteiltes Bild: Die Verbesserung beim EBITDA ging nicht mit höheren bereinigten Erträgen einher.
Das bereinigte EBT sank auf 1,41 Mrd. €, verglichen mit 1,460 Mrd. € im Vorjahreszeitraum.
Auch bei den bereinigten Aktionärserträgen zeigte die Entwicklung nach unten. Diese Kennzahl folgte damit nicht dem Anstieg des operativen Ergebnisses.
Die bereinigten Aktionärserträge beliefen sich auf 1,12 Mrd. € nach 1,201 Mrd. € im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Jahresprognose mit unterschiedlichen Signalen
Für das Gesamtjahr ordnet Vonovia die Ergebnisgrößen unterschiedlich innerhalb der jeweiligen Prognosespannen ein. Beim bereinigten EBITDA erwartet das Unternehmen einen Wert in der unteren Hälfte der Spanne von 2,95–3,05 Mrd. €.
Das bereinigte EBT soll nahe dem unteren Ende seiner Prognosespanne liegen. Die bereinigten Aktionärserträge erwartet Vonovia dagegen oberhalb der Spannenmitte. Die schwächeren Neunmonatswerte lassen sich deshalb nicht pauschal auf die Position sämtlicher Jahreskennzahlen innerhalb ihrer Prognosekorridore übertragen.
Beim organischen Mietwachstum für 2026 rechnet Vonovia jetzt mit rund 3,8 % statt rund 4 %.
Parallel dazu senkte das Unternehmen die Erwartung für den Operating Free Cash Flow vor Veränderungen des Nettoumlaufvermögens. Dieser soll moderat unter dem Vorjahresniveau liegen. Bislang hatte Vonovia einen Wert auf Vorjahresniveau erwartet. Die Anpassung betrifft damit neben dem Mietwachstum auch den erwarteten Mittelzufluss.
Niedrigere Ziele über das laufende Jahr hinaus
Für 2027 erwartet Vonovia rund 4 % organisches Mietwachstum. Das Unternehmen geht für sein Kerngeschäft weiterhin von einer positiven Entwicklung aus.
Die höheren Finanzierungskosten und das schwächere Transaktionsgeschäft belasten nach Unternehmensangaben insbesondere Development und Recurring Sales. Vonovia unterscheidet damit zwischen der erwarteten Entwicklung des Kerngeschäfts und den Belastungen dieser Bereiche.
Für 2028 reduzierte das Unternehmen das Ziel beim organischen Mietwachstum von rund 5 % auf rund 4,5 %.
Auch bei den Investitionen fällt die Planung zurückhaltender aus. Die Anpassungen reichen somit über die kurzfristige Ergebnisentwicklung hinaus.
Das Investitionsziel für 2028 sank von rund 2 Mrd. € auf rund 1,7 Mrd. €. Als nächster Veröffentlichungstermin ist die Zwischenmitteilung zum dritten Quartal 2026 am 4. November angekündigt. Im Mittelpunkt steht dabei die bereits erkennbare Diskrepanz zwischen operativem Wachstum und der Entwicklung von Erträgen und Mittelzufluss.
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