Vonovia hat am Donnerstag ein neues Jahrestief markiert. Dann drehte die Aktie überraschend. Ob daraus ein Boden wird, ist offen, doch das Chartbild hellte sich zumindest kurzfristig auf.

Erholung vom Tief

Nach enttäuschenden Quartalszahlen geriet der Immobilienkonzern zunächst erneut unter Druck. Im Tagesverlauf erholte sich der Kurs jedoch deutlich vom Tief. Das erhöhte Handelsvolumen und ein Schlusskurs nahe dem Tageshoch werten Charttechniker als erstes Indiz für eine mögliche Bodenbildung.

Das Jahrestief liegt bei 15,26 Euro und stammt vom 29. Oktober. Aktuell notiert die Aktie bei rund 16,14 Euro. Seit dem Jahreshoch von 28,90 Euro Ende Februar ging es nahezu ununterbrochen abwärts, unterbrochen nur von kurzen Korrekturphasen.

Höhere Finanzierungskosten belasten

Hintergrund der Schwäche sind gestiegene Finanzierungskosten. Vonovia hat deshalb etliche Finanzziele nach unten angepasst. Die Analysten bleiben dennoch überwiegend optimistisch: JP Morgan nennt ein Kursziel von bis zu 26 Euro und hält an der Kaufempfehlung fest. Zuletzt sahen auch Berenberg und UBS Potenzial bis 23 Euro.

Zusätzlich meldete der Konzern am Freitag die neue Gesamtzahl der Stimmrechte. Sie beträgt nach der Ausgabe von Bezugsaktien zum Ende Oktober 848.500.231. Mehrstimmrechte existieren nicht.

Hebelprodukte auf die Erholung

Für risikobereite Marktteilnehmer, die kurzfristig eine Erholung auf 18 Euro erwarten, rücken Long-Hebelprodukte in den Blick. Ein UBS-Call mit Basispreis 16 Euro und Laufzeit bis März 2027 kostete zuletzt etwa 1,54 Euro. Bei 18 Euro Aktienkurs läge sein Preis rechnerisch bei rund 2,71 Euro, ein Plus von 76 Prozent.

Turbo-Calls reagieren noch stärker, bergen aber das Risiko des Knock-outs. Der Open-End-Turbo von Morgan Stanley mit KO-Marke bei 14,418 Euro käme auf einen inneren Wert von 0,35 Euro. Das entspräche einem Plus von 81 Prozent. Fällt die Aktie auf die KO-Schwelle, ist der Einsatz verloren.

Die Marke von 15,26 Euro bleibt damit der entscheidende Orientierungspunkt. Hält sie, ist eine Erholung in Richtung 18 Euro denkbar. Ein Rutsch darunter würde das Bodenbildungsszenario infrage stellen.