Monatelang lasteten Zinssorgen schwer auf Europas größtem Wohnimmobilienkonzern. Nun dreht sich die Stimmung. Vonovia sichert sich frisches Kapital und erntet Lob von Analysten. Die Aktie reagiert prompt und springt am Donnerstag um gut vier Prozent auf 21,52 Euro.

Frische Millionen für die Umschuldung

Der Konzern hat erfolgreich eine neue Wandelanleihe platziert. Wegen der starken Nachfrage stockte das Management das Volumen auf 850 Millionen Euro auf. Die Papiere laufen bis Juni 2031 und tragen keinen Zinskupon.

Vonovia nutzt das Geld primär zur Ablösung alter Schulden. Die Wandlungsprämie liegt dabei bis zu 40 Prozent über dem Referenzkurs. Der Markt wertet diesen Schritt als klaren Erfolg. Die Folge: Die Angst vor einer Verwässerung rückt in den Hintergrund.

Deutsche Bank rät zum Kauf

Flankiert wird der Kapitalzufluss von einer positiven Analystenstimme. Thomas Rothäusler von Deutsche Bank Research stuft die Aktie nun auf „Buy“ hoch. Sein neues Kursziel liegt bei 26 Euro.

Der Experte sieht höhere Zinserwartungen bereits im Kurs eingepreist. Er lobt das attraktive Chancen-Risiko-Verhältnis. Wohnimmobilien gelten dank hoher Nachfrage und planbarer Einnahmen als robust. Gewerbeimmobilien betrachtet Rothäusler dagegen weiterhin mit Vorsicht.

Mieten steigen in Berlin

Operativ setzt der Vorstand ebenfalls Akzente. Vonovia hebt die Mieten für den Berliner Bestand um durchschnittlich 4,8 Prozent an. Der Konzern bleibt damit unter dem aktuellen Mietspiegel. Das Management stabilisiert so den operativen Cashflow.

Die Börse honoriert das Gesamtpaket. Trotz des Kurssprungs notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch rund elf Prozent im Minus. Die charttechnische Hürde der 200-Tage-Linie bei 24,38 Euro bleibt bestehen.

Fällt die Zinsbelastung durch die erfolgreiche Umschuldung dauerhaft, wächst der Spielraum für höhere Kurse. Das neue Kursziel der Deutschen Bank markiert dabei die nächste Etappe.