Steigende Zinsen und teurere Refinanzierungen setzen Vonovia unter Druck. Reuters führte die Belastung der Aktie am Mittwoch außerdem auf die Berliner Enteignungsdebatte und den schwachen Immobilien-Transaktionsmarkt zurück. Diese Faktoren erschwerten zugleich den Schuldenabbau und geplante Wohnungsverkäufe, berichtete die Nachrichtenagentur.

Goldman Sachs senkt das Kursziel

Goldman Sachs senkte gestern das Kursziel für Vonovia von 18,20 auf 17,70 Euro und bestätigte die Einstufung „Neutral“. Analyst Jonathan Kownator passte seine Schätzungen an den Neunmonatsbericht an. Eine Änderung seiner Anlageempfehlung verband er mit der niedrigeren Zielmarke nicht.

Finanzierungskosten belasten das Ergebnis

Vonovia selbst nennt höhere Finanzierungskosten und ein schwächeres Transaktionsumfeld als Belastungen für seine Prognosen. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein organisches Mietwachstum von ungefähr 3,8 Prozent statt zuvor rund 4 Prozent. Der operative freie Cashflow soll moderat unter dem Vorjahr liegen.

In den ersten neun Monaten sank der operative freie Cashflow um 34,1 Prozent auf 932,5 Millionen Euro. Vonovia meldete für diesen Zeitraum Immobilienverkäufe von rund 900 Millionen Euro.

Das bereinigte EBITDA aus der Vermietung stieg dagegen um 3,5 Prozent auf 1.912,2 Millionen Euro. Dies gelang trotz rund 5.000 weniger Wohneinheiten. Höhere Finanzierungskosten belasteten jedoch das bereinigte Vorsteuerergebnis.

Für 2027 erwartet Vonovia ein bereinigtes EBITDA Total leicht über dem Niveau von 2026. Das bereinigte Vorsteuerergebnis und die bereinigten Aktionärsergebnisse sollen etwa auf Vorjahresniveau liegen.

Beim organischen Mietwachstum für 2028 rechnet das Unternehmen mit rund 4,5 Prozent statt zuvor rund 5 Prozent. Das bereinigte EBITDA Total erwartet Vonovia am unteren Ende der Spanne von 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro.