Zunehmende Skepsis im Bankensektor setzt Vonovia zu. Am 7. September strich Analyst Jonathan Kownator von Goldman Sachs den Bochumer Wohnungskonzern von der bankinternen Überzeugungsliste. Zugleich stufte er die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ zurück und kappte das Kursziel von 29,50 auf 21,20 Euro.

Die Herabstufung spiegelt die anhaltende Zurückhaltung am Immobilienmarkt wider, die den gesamten Sektor seit Monaten prägt.

Solide Halbjahreszahlen gegen operative Dämpfer

Die jüngsten Einstufungen der Banken treffen auf ein gemischtes operatives Bild. Im am 30. Juni 2026 abgelaufenen ersten Halbjahr konnte Vonovia das bereinigte EBITDA um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro steigern.

Getragen wurde dieses Wachstum vor allem vom Vermietungsgeschäft, das um 3,5 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro zulegte. Zudem verzeichnete das Segment Value-add einen Zuwachs um 27,6 Prozent auf 128,5 Millionen Euro.

Gleichzeitig traten jedoch Bremsspuren zutage. Trotz dieser Dämpfung bestätigte das Unternehmen für das Gesamtjahr ein bereinigtes EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro sowie einen Vorsteuergewinn zwischen 1,9 und 2,0 Milliarden Euro.

Portfoliobereinigung und angespannte Kurslage

Zur Stärkung der Bilanz setzt der Konzern weiterhin auf Verkäufe. Vor rund einem Monat veräußerte Vonovia ein Portfolio von 975 Wohnungen in Lüneburg an Tristan Capital Partners. Der erzielte Preis von 55 Millionen Euro lag allerdings deutlich unter der ursprünglichen Vorstands-Forderung von 90 Millionen Euro. Der deutliche Bewertungsabschlag verdeutlichte den anhaltenden Preisdruck bei Immobilientransaktionen.

An der Börse hinterlassen diese Faktoren klare Spuren. Gestern schloss die Aktie bei 17,84 Euro und notiert damit nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 17,55 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 27 Prozent.