Vonovia hat am Mittwoch Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 vorgelegt, die den Markt eigentlich hätten überzeugen sollen. Der operative Gewinn (EBITDA) legte leicht zu und übertraf die Erwartungen der Analysten, der Vorsteuergewinn gab dagegen leicht nach.
Das Gewinn je Aktie stieg auf 0,87 Euro, nach 0,38 Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz kletterte auf 1,68 Milliarden Euro, ein Plus von gut drei Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,64 Milliarden Euro.
Bemerkenswert: Der Portfoliowert des Immobilienkonzerns stieg erstmals seit zwei Jahren wieder an, auf 81,8 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA im Kerngeschäft wuchs um 3,5 Prozent.
Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine Guidance: ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro, ein Vorsteuergewinn von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Periodenergebnis von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro.
Ein Wermutstropfen bleibt die Prognose für das organische Mietwachstum, die Vonovia um 20 Basispunkte nach unten korrigierte. Hauptgrund ist der neue Berliner Mietspiegel, der die Wachstumsdynamik in der Hauptstadt dämpft.
Vorstandschef Luca Mucic forderte in diesem Zusammenhang eine grundlegende Reform der Mietregulierung – die Umsetzung des Berliner Mietspiegels hatte zuvor für politische Kritik gesorgt. Zugleich begrüßte Vonovia ein geplantes Enteignungsverbot für Wohnungen und signalisierte Bereitschaft, sich an Regierungsinitiativen für günstigeren Wohnraum zu beteiligen.
Refinanzierung stärkt die Bilanz
Auf der Finanzierungsseite hat Vonovia seit Jahresbeginn 4,4 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von acht Jahren und einem Kupon von 3,2 Prozent refinanziert. In einem Umfeld, in dem Immobilienkonzerne generell unter dem Druck hoher Zinsen stehen, ist das ein Signal an Investoren, dass sich der Konzern trotz schwierigem Marktumfeld günstige Konditionen sichern kann.
Kurs trotz solider Zahlen unter Druck
Trotz der grundsätzlich positiven operativen Entwicklung bleibt der Aktienkurs schwach. Vonovia notiert aktuell bei 20,07 Euro und damit nur wenig über dem 52-Wochen-Tief von 19,53 Euro, das erst kürzlich markiert wurde – der Abstand beträgt lediglich 2,8 Prozent.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie 18 Prozent verloren. Die Diskrepanz zwischen soliden operativen Zahlen und der schwachen Kursentwicklung zeigt, dass Anleger die Reform der Mietregulierung und die politischen Unsicherheiten offenbar stärker gewichten als den bestätigten Ausblick.
Nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen bekräftigten mehrere Analysehäuser ihre Kaufempfehlungen mit teils deutlich höheren Kurszielen als der aktuelle Kurs – ein Hinweis darauf, dass die fundamentale Bewertung aus Sicht der Analysten von der Marktrealität abweicht. Ob sich diese Lücke schließt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die politische Debatte um Mietregulierung und Berliner Mietspiegel in den kommenden Monaten entwickelt.
Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 21. August liefert die Antwort:
Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Vonovia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

