Am 19. März legt Vonovia den Geschäftsbericht für 2025 vor – und damit die erste echte Bewährungsprobe für CEO Luka Mucic, der seit Januar an der Spitze des Unternehmens steht. Der Markt erwartet belastbare Antworten auf zwei zentrale Fragen: Wie weit ist der Schuldenabbau vorangekommen? Und wie robust ist die operative Ertragskraft wirklich?

Die Aktie steht dabei unter Druck. Mit einem Minus von knapp fünf Prozent allein heute notiert sie bei 24,39 Euro – nur rund drei Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief.

Operative Basis: Solide, aber mit Fragezeichen

Die ersten neun Monate 2025 lieferten durchaus positive Signale. Das Adjusted EBITDA im Kernvermietungsgeschäft stieg um 2,5 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro – bemerkenswert, weil der Bestand gleichzeitig um rund 9.000 Wohnungen schrumpfte und die Instandhaltungskosten stiegen. Der Operating Free Cash-Flow legte sogar um 27,4 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro zu.

Für das Gesamtjahr 2025 peilt Vonovia ein bereinigtes EBITDA von rund 2,8 Milliarden Euro an – eine Prognose, die zuletzt bestätigt wurde. Für 2026 stellt das Unternehmen 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro in Aussicht.

Allerdings meldete Vonovia in den ersten neun Monaten auch einen Nettogewinn, der maßgeblich durch Portfolioaufwertungen getrieben wurde. Wie viel davon auf echte operative Stärke entfällt, wird der Jahresabschluss zeigen – das ist einer der Kernpunkte, auf die Investoren am 19. März schauen werden.

Refinanzierung senkt den Druck

Auf der Kapitalseite hat Vonovia zuletzt Vertrauen gewonnen. Im November 2025 platzierte der Konzern drei Eurobond-Serien über insgesamt 2,25 Milliarden Euro zu durchschnittlich 3,96 Prozent – die Emission war 3,4-fach überzeichnet. Ende Februar folgte eine Yen-Anleihe über rund 9,95 Milliarden Yen mit einem Kupon von 2,94 Prozent, deren Erlöse zur Ablösung kurzfristiger Euro-Anleihen mit Fälligkeit bis 2027 genutzt werden sollen.

Das mindert den Refinanzierungsdruck spürbar und dürfte ein wichtiges Argument für den neuen CEO sein, wenn er am 19. März vor den Märkten Stellung bezieht.

Ausblick auf den Berichtstermin

Parallel zum Jahresbericht steht auch ein personeller Wechsel an: Vorstandsmitglied Daniel Riedl scheidet Ende Mai im gegenseitigen Einvernehmen aus. Mucic übernimmt damit zunehmend die alleinige Verantwortung für den Kurs des Konzerns.

Gelingt es ihm am 19. März, die EBITDA-Prognose für 2026 mit robusten Zahlen zu untermauern und konkrete Fortschritte beim Loan-to-Value zu belegen, verbessert das die Ausgangslage für die kommenden Quartale. Die Q1-Zahlen folgen am 7. Mai, die Hauptversammlung am 21. Mai – ein dichter Kalender, der wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.