Vulcan Energy hat die Details zur weiteren Entwicklung seines zweiten Lithiumprojekts konkretisiert. Bei einer Präsentation am Donnerstag vergangener Woche erläuterte CEO Cristobal Moreno gemeinsam mit dem Management, wie das Unternehmen die Finanzierung von Project Ludwig angehen will – und wann eine finale Investitionsentscheidung fallen soll.
FID erst nach Produktionsstart von Lionheart
Demnach plant Vulcan Energy die endgültige Investitionsentscheidung für Ludwig erst nach dem Produktionsstart des ersten Projekts Lionheart. Parallel dazu hat das Unternehmen bereits eine Finanzierungsstrategie auf Projektebene angestoßen und sucht nach strategischen Partnern für Ludwig. Diese zeitliche Staffelung soll das Risiko begrenzen, bevor größere Kapitalsummen für das zweite Vorhaben gebunden werden.
Die zugrundeliegende Vorstudie, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, hatte bereits gezeigt, warum sich der Aufwand aus Sicht des Managements lohnen könnte. Ludwig soll über 30 Jahre jährlich 21.100 Tonnen batteriefähiges Lithiumcarbonat sowie 3.125 Gigawattstunden erneuerbare Wärme liefern.
Die Vorsteuer-Kapitalwertrechnung kommt auf 2,6 Milliarden Euro bei einer internen Verzinsung von 25 Prozent, nach Steuern liegt der Kapitalwert bei 2,7 Milliarden Euro und die Rendite bei 20,2 Prozent – deutlich höher als die 13,7 Prozent, die für die erste Phase Lionheart veranschlagt werden.
Niedrigere Kapitalintensität als bei Lionheart
Auch bei den Investitionskosten zeigt sich Vulcan Energy zuversichtlich: Das Gesamt-Capex für Ludwig soll bei 1,261 Milliarden Euro liegen, ein Rückgang der Kapitalintensität um 15 Prozent gegenüber Lionheart. Die Betriebskosten von 6.630 US-Dollar je Tonne Lithiumcarbonat-Äquivalent würden das Projekt im günstigsten Quartil der Branche verorten.
Gestützt wird das Vorhaben zudem von einer deutlich gewachsenen Ressourcenbasis: Die angezeigten Mineralressourcen legten um 91 Prozent auf 1.251 Kilotonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent zu, die vermuteten Ressourcen stiegen um 5 Prozent auf 2.230 Kilotonnen.
Anleger reagierten auf die Nachrichten der vergangenen Woche verhalten positiv – die Aktie legte seither um 1,3 Prozent zu. Am Markt bleibt der Wert dennoch unter Druck: Zum Wochenschluss am Freitag notierte das Papier bei 1,66 Euro, nach einem Plus von 1,4 Prozent auf Tagesbasis.
Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Minus von 2,2 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 6,5 Prozent Verlust. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 35 Prozent eingebüßt und notiert damit rund 60 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 4,15 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde.
Zweistufiges Wachstum als Anlagethese
Die gestaffelte Herangehensweise – Produktionsstart bei Lionheart zuerst, dann Kapitalentscheidung für Ludwig – signalisiert ein konservativeres Risikomanagement, als es ein paralleler Ausbau beider Projekte bedeuten würde. Für Anleger bleibt entscheidend, ob die laufende Partnersuche für Ludwig zeitnah Ergebnisse liefert und ob Lionheart den geplanten Produktionsstart tatsächlich erreicht.
Bis dahin bewegt sich der Kurs weiter unterhalb sämtlicher gleitender Durchschnitte, was auf anhaltend schwache mittelfristige Dynamik hindeutet, selbst wenn die operativen Fortschritte bei Ludwig fundamental ermutigend ausfallen.
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