Vulcan Energy baut sein Kontrollgremium aus, während der Bau des Lithiumprojekts Lionheart in Deutschland voranschreitet. Amanda Lacaze, langjährige Chefin von Lynas Rare Earths, wird neue unabhängige Direktorin. Die Personalie fällt in eine Phase, in der die Aktie stark unter Druck steht.

Eine Branchengröße wechselt die Seiten

Vulcan Energy beruft Amanda Lacaze zum 17. August 2026 als unabhängige Non-Executive Director. Zusätzlich übernimmt sie einen Sitz im Audit-, Risiko- und ESG-Ausschuss des Unternehmens.

Lacaze leitete Lynas Rare Earths von 2014 bis zu ihrem Rückzug im Juni 2026. In dieser Zeit formte sie den Konzern von einem aufstrebenden Seltene-Erden-Produzenten zu einem global bedeutenden Lieferanten kritischer Rohstoffe. Diese Materialien braucht die Industrie für Elektrofahrzeuge, erneuerbare Energien und moderne Fertigung.

Vulcan-Chairman Francis Wedin begrüßte die Personalie öffentlich. Ihre Erfahrung beim Aufbau westlicher Lieferketten für kritische Rohstoffe werde dem Unternehmen erheblich nützen, so Wedin. Das gelte besonders jetzt, wo Vulcan sein Vorzeigeprojekt Lionheart im Oberrheingraben baue.

Lacaze selbst begründete ihren Wechsel mit dem Geschäftsmodell von Vulcan. Das Unternehmen verfolge einen technologisch führenden Ansatz, der weltweit erstmals Lithium- und Geothermie-Produktion aus einer Quelle kostengünstig verbinde, sagte sie.

Aktie bleibt trotz Baufortschritt unter Druck

Die Personalentscheidung ändert wenig an der Kursschwäche. Die Aktie notiert bei 1,69 Euro und liegt damit 57,66 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro aus dem Oktober 2025. Seit Jahresbeginn hat das Papier 33,93 Prozent verloren.

Immerhin: Vom 52-Wochen-Tief bei 1,50 Euro, erreicht Ende Juli, hat sich die Aktie um 12,40 Prozent erholt. Anleger gewichten damit operative Fortschritte gegen den anhaltenden Abwärtstrend am Markt.

Baufortschritt als Gegengewicht

Der Personalwechsel fällt in eine Phase konkreter Baumeilensteine. Vulcan erreichte im zweiten Quartal 2026 den Financial Close für die milliardenschwere Phase-Eins-Finanzierung von Lionheart im Umfang von 2,2 Milliarden Euro. Das sichert dem Projekt den Zugang zu Kapital und senkt das Ausfallrisiko.

Auf der operativen Seite kommt das Projekt ebenfalls voran. Die sechste Förderbohrung ist erfolgreich abgeschlossen, die siebte hat wie geplant begonnen.

Mit Lacazes offiziellem Amtsantritt in weniger als zwei Wochen dürfte sich die Aufmerksamkeit am Markt zwischen zwei Fragen aufteilen: den Baufortschritten bei Lionheart und der Fähigkeit der Aktie, sich von ihren jüngsten Tiefständen dauerhaft zu lösen.