Vulcan Energy hat die Mineralressourcen für sein zweites Lithiumprojekt Ludwig deutlich aufgestockt. Die kombinierten Indicated- und Inferred-Ressourcen der Lizenzgebiete Ludwig und Therese kletterten um 25 Prozent auf 3,481 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Bemerkenswert dabei: Das über die Projektlaufzeit angepeilte Fördervolumen von 517.000 Tonnen stützt sich ausschließlich auf die höher eingestufte Indicated-Kategorie, ohne Rückgriff auf die unsicherere Inferred-Kategorie.

Der Zuwachs speist sich vor allem aus einer Umklassifizierung von Inferred- in Indicated-Ressourcen, die auf jüngste technische Studien zurückgeht. Für Anleger ist das ein Signal dafür, dass Vulcan die geologische Datenbasis für Ludwig zunehmend verfestigt – ein wichtiger Baustein, bevor überhaupt eine finale Investitionsentscheidung fallen kann.

Kostenstruktur und Nebenerlöse aus Wärme

Neben der Ressourcenaktualisierung veröffentlichte Vulcan Energy erstmals detaillierte Kostenschätzungen für Ludwig. Die operativen C1-Kosten sollen bei 4.101 Euro pro Tonne Lithiumcarbonat liegen. Hinzu kommt ein Wärmegeschäft: Aus jährlich rund 3.125 Gigawattstunden erzeugter erneuerbarer Wärme – zum Teil für den Eigenbedarf, zum Teil zum Verkauf – erwartet das Unternehmen Erlöse von etwa 42 Millionen Euro pro Jahr.

Diese Doppelnutzung aus geothermischer Wärme und Lithiumgewinnung bildet das Kerngeschäftsmodell, das Vulcan bereits bei seinem ersten Projekt Lionheart verfolgt.

Anders als Lionheart, das auf Lithiumhydroxid-Monohydrat ausgerichtet ist, soll Ludwig Lithiumcarbonat produzieren. Das verschafft dem Unternehmen Zugang zu anderen Batteriechemien und Absatzmärkten und diversifiziert damit das Produktportfolio über ein einziges Endprodukt hinaus.

Entwicklungskonzept setzt auf Vereinfachung

Technisch soll Ludwig mit 14 Förder- und 14 Injektionsbohrungen an fünf Standorten sowie einer integrierten Lithium-Verarbeitungsanlage auskommen. Im Vergleich zu Lionheart verzichtet das Konzept auf eine eigene Kraftwerkskomponente vor Ort und setzt stattdessen auf eine direkte Wärmeversorgung. Diese vereinfachte Konfiguration soll Engineering-, Genehmigungs- und Bohrerfahrungen aus dem Lionheart-Projekt nutzen und dadurch Kosten sparen.

Als nächste Schritte stehen 3D-seismische Untersuchungen, weitere Explorationsbohrungen und technische Vertiefungsstudien an. Eine finale Investitionsentscheidung ist weiterhin erst nach Produktionsstart von Lionheart vorgesehen. Parallel hat Vulcan Prozesse zur Auswahl strategischer Partner sowie eine Finanzierungsstrategie auf Projektebene angestoßen, die auch staatliche Unterstützung einschließen könnte.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse hat die Nachrichtenflut rund um Ludwig bislang keine durchgreifende Erholung ausgelöst. Die Aktie notiert aktuell bei 1,65 Euro und damit 4,4 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1,72 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Kursrückgang von 35 Prozent zu Buche, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 4,15 Euro beträgt 60 Prozent.

Der jüngste operative Fortschritt bei Ludwig ändert damit vorerst wenig an der grundsätzlich schwachen Kursverfassung, auch wenn die Ressourcenaufstockung die Substanz des zweiten Standbeins von Vulcan Energy stärkt.